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15:41 27.01.12

Aktien Frankfurt: Enttäuschende US-Daten drücken Dax wieder ins Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag nach enttäuschenden US-Konjunkturdaten wieder ins Minus gerutscht. Auch seitens durchwachsener amerikanischer Unternehmenszahlen gab es keine positiven Impulse. Der zwischenzeitlich festere Dax zeigte sich am Nachmittag 0,58 Prozent schwächer bei 6.501,76 Punkten. Noch am Vortag hatte der Leitindex erstmals seit Anfang August über der Marke von 6.500 Punkten geschlossen. Auch die anderen Indizes rutschten am Freitag in die Verlustzone: Der MDax mittelgroßer Werte büßte 0,61 Prozent auf 9.913,49 Punkte ein und der TecDax verlor 0,19 Prozent auf 744,38 Punkte. Nach dem Handelsstart an der Wall Street könnte noch das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen Impulse geben.

Derweil nimmt der Dax aktuell immer noch Kurs auf die sechste Gewinnwoche in Folge."Die etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen zum Wirtschaftswachstum in den USA sind nach einer stramm positiven Woche an den Aktienmärkten ein willkommener Grund für Gewinnmitnahmen", kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank die jüngste Kursschwäche. "Es muss sich aber niemand über das US-Wirtschaftswachstum grämen."

Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) lobte, bisher sei die Berichtssaison "ohne größere Tiefschläge" über die Bühne gegangen. Somit spreche erst einmal wenig für einen größeren Rückschlag oder gar eine erneute Trendwende. Derweil gab Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital zu bedenken, der Markt preise den erhofften Durchbruch bei den Verhandlungen mit Griechenland über einen Schuldenschnitt schon großteils ein. Entsprechend sei das weitere Kurspotenzial bei einer Einigung begrenzt.

STAHLWERTE SCHWÄCHER: GEWINNMITNAHMEN, NIPPON STEEL

Die Papiere der Stahlkonzerne gehörten wegen Gewinnmitnahmen und schwachen Vorgaben aus Asien zu den Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Börsianer verwiesen auf schwache Zahlen von Nippon Steel . ThyssenKrupp verloren 1,47 Prozent auf 21,810 Euro und profitierten damit nicht von Presseberichten über die Zukunft des Edelstahlgeschäfts, das an den finnischen Konkurrenten Outokumpu verkauft werden soll. Im MDax gaben Salzgitter 0,48 Prozent ab und Klöckner & Co (KlöCo) verloren 2,23 Prozent.

Die Aktien der Energiekonzerne Eon und RWE gehörten indes mit Kursgewinnen von 0,37 und 0,47 Prozent zu den Favoriten der Anleger. "Der Sektor war bereits am Vorabend in Amerika und Europa sehr stark", sagte ein Händler. "Es ist gerade eine Rotation aus den zuletzt sehr starken Finanzwerten heraus und rein in die vernachlässigten Versorger zu beobachten." Ein weiterer Börsianer verwies auf Nachwirkungen einer positiven RWE-Studie von Cheuvreux vom Vortag.

EADS IM PLUS - ZUKAUFSPLÄNE, FÜHRUNGSWECHSEL, STUDIE

Die Aktien von K+S hielten sich nach positiven Nachrichten mit minus 0,16 Prozent vergleichsweise gut. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, dem zufolge eine Tochtergesellschaft des Salz- und Düngemittelherstellers in Chile erstmals Salz nach China verschifft hat. K+S könnte zu einem Lieferanten für die chinesische Chemieindustrie werden, heißt es weiter. Dies sei positiv für die Wahrnehmung der Aktie, sagte ein Börsianer. Am Vortag hatten die Papiere etwas unter schwachen Zahlen des Konkurrenten Potash gelitten. Commerzbank-Analyst Lutz Grüten nahm diese zum Anlass, sein Votum sowie das Kursziel für die K+S-Aktie nach unten zu revidieren.

Für die Anteilsscheine von EADS ging es um 0,22 Prozent auf 25,530 Euro hoch. Der Luft- und Raumfahrtkonzern kann eigenen Aussagen zufolge dank eines üppigen Finanzpolsters über Zukäufe nachdenken. Im TecDax sanken die Aktien von Adva Optical Networking um mehr als zwei Prozent. Als Belastungsfaktor für die Titel des Glasfaserkabel-Spezialisten sahen Händler den enttäuschenden Ausblick für das erste Geschäftsquartal, den der Netzwerkausrüster Juniper Networks am Vortag nach Börsenschluss vorgelegt hatte. Dessen Aktien sackten in New York vorbörslich um fast zehn Prozent ab./gl/tih

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---



Quelle: dpa



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