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Aktien Frankfurt: Notenbanken würgen zaghafte Erholung ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Voreilig, wer bereits auf eine Wende am deutschen Aktienmarkt gehofft hatte: Die zaghafte Erholung wurde am Donnerstag von den Notenbanken Japans und der USA zunichte gemacht. Ihr Stillhalten in Sachen Geldpolitik und geäußerte Sorgen über die Weltschaft haben am Donnerstag für erneut markante Verluste an den Aktienmärkten gesorgt.

Der Dax verlor gegen Mittag 0,74 Prozent auf 9535,94 Punkte. Seit Mitte vergangener Woche hatte vor allem die Furcht vor den Folgen eines möglichen EU-Austritts Großbritanniens den Leitindex um 7,5 Prozent fallen lassen, bevor er am Mittwoch um rund 1 Prozent zulegte.

Der MDax sank am Donnerstag um 0,60 Prozent auf 19 557,00 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,89 Prozent auf 1568,42 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,71 Prozent auf 2810,20 Punkte.

YELLEN WIEDERHOLT UNSICHER

US-Notenbankchefin Janet Yellen ließ am Mittwochabend den Leitzins unverändert und berücksichtigte dabei auch das Risiko eines Brexit. Yellen habe bei der Begründung wegen der wirtschaftlich und politisch ungewissen Gemengelage aber gleich elfmal das Wort "unsicher" in den Mund genommen, sagte Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG. "Eine Beschreibung, auf die die Kapitalmärkte äußerst sensibel reagieren, zumal wenn sie von der weltweit wichtigsten Notenbank in dieser Häufigkeit verwendet wird", so Kuhn.

Auch die Beschlüsse der Bank of Japan, die Geldschleusen vorerst nicht weiter zu öffnen, sorgte für Enttäuschung. Dies hatte den japanischen Yen deutlich steigen lassen, was die Exporte erschwert und damit die Tokioter Aktienkurse massiv unter Druck setzte. Der Nikkei-Index in Tokio fiel um 3 Prozent. In Marktkreisen wird jedoch damit gerechnet, dass die Notenbank die geldpolitischen Zügel nun bei ihrer Sitzung im Juli weiter lockert.

KUKA NACH MIDEA-KAUFGEBOT FEST AN MDAX-SPITZE

Aus Unternehmenssicht standen die Aktien von Kuka im Anlegerfokus. Nach dem offiziellen Übernahmeangebot der chinesischen Midea gewannen die Papiere des Roboter- und Anlagenbauers zuletzt 2,78 Prozent und waren damit Top-Wert im MDax. Die Offerte sei erwartet worden, wirke aber dennoch klar positiv, sagte ein Händler. Anleger sollten ihre Aktien andienen, empfahl der Händler.

Spitzenreiter im Dax waren die Titel von Thyssenkrupp mit einem Gewinn von 1,21 Prozent. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung der Investmentbank Merrill Lynch.

Am unteren Ende des Leitindex fanden sich hingegen die Anteilsscheine der Deutschen Bank , die zuletzt um 2,37 Prozent auf 12,97 Euro absackten. Am Morgen waren sie auf ein Rekordtief bei 12,81 Euro gesunken. Damit ist die Deutsche Bank seit Jahresbeginn mit einem Minus von mehr als 40 Prozent schlechtester Dax-Wert 2016. Seit Ende Mai steht der gesamte europäische Bankensektor wegen rasant fallender Anleiherenditen und Brexit-Befürchtungen stark unter Druck.

Zu den schwächsten Werten im MDax gehörten die Aktien von Deutsche Euroshop und Krones mit Verlusten von jeweils rund 2 Prozent. Beide Papiere wurden jedoch am Donnerstag mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Der Einkaufszentren-Investor schüttet 1,35 Euro je Aktie an seine Anteilseigner aus, der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller zahlt 1,45 Euro je Aktie./edh/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---



Quelle: dpa


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Unternehmen: BMW
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