Aktien Frankfurt: Weitere Gewinne dank guter Nachrichten aus Griechenland
FRANKFURT (dpa-AFX) - Gute Nachrichten aus Griechenland haben dem deutschen Aktienmarkt am Montag weitere Gewinne beschert. Nach einem verhaltenen Start stieg der Dax bis zum Mittag um 0,62 Prozent auf 6.908,20 Punkte. Damit knüpfte der Leitindex an seinen Kurssprung vor dem Wochenende an, als er dank starker US-Konjunkturdaten fast vier Prozent gewonnen und erstmals seit April wieder über 6.800 Punkten geschlossen hatte. Der MDax legte am Montag um 1,07 Prozent auf 11.107,88 Punkte zu, während es für den TecDax um 0,61 Prozent auf 790,45 Punkte nach oben ging.
Die griechische Regierung einigte sich am Sonntag mit den internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte eines weiteren, milliardenschweren Sparpakets. Dies schlug sich auch in den leicht rückläufigen Renditen für Staatsanleihen der Euro-Problemländer nieder: So fiel etwa in Spanien die Rendite für zehnjährige Papiere weiter von der als kritisch erachteten Sieben-Prozent-Marke zurück. Die asiatischen Börsen honorierten die derzeit etwas entspannte Lage in Europa ebenfalls mit Aufschlägen.
HOCHSTUFUNGEN STÜTZEN ALLIANZ UND AUTOS
Bei Einzelwerten sorgten zum Wochenauftakt vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Die Titel des Versicherers Allianz schafften es dank einer positiven Studie mit plus 1,72 Prozent auf einen der vorderen Plätze im Dax. Die US-Bank JPMorgan hatte sie mit Blick auf die jüngsten Zahlen hochgestuft und empfiehlt nun eine Übergewichtung. Zudem hob Analyst Michael Huttner das Kursziel um drei Euro auf 109,00 Euro an. Die Ergebnisse hätten die Erwartungen in allen Bereichen mindestens erfüllt, sogar im Lebensversicherungsgeschäft trotz des niedrigen Zinsniveaus, begründete der Experte seine Neubewertung der Aktie. Die Experten von Goldman Sachs äußerten sich ebenfalls positiv zu dem Versicherungstitel.
Auch die Autowerte legten zu, nachdem die Investmentbank Cheuvreux den Sektor auf "Übergewichten" hochgestuft hatte. BMW gewannen als Dax-Spitzenreiter 2,65 Prozent. Dahinter ging es für Daimler und die VW-Vorzüge um 2,26 beziehungsweise 2,01 Prozent hoch. Da der Euro-Dollar-Wechselkurs den Boden hinter sich habe und die Renditen sicherer Staatsanleihen nicht weiter sinken dürften, sollten Aktienkurse weltweit noch vor Ende September aus ihrer Konsolidierungsbandbreite ausbrechen, heißt es in einer aktuellen Studie. Daher sollten Anleger ihr Portfolio wieder etwas risikoreicher ausrichten und stärker in zyklische Wachstumsbranchen wie den Autosektor investieren.
BAYER UND KLÖCO SCHWÄCHELN
Im MDax rückten die Aktien des Autozulieferers Continental um 2,41 Prozent vor, nachdem die DZ Bank den fairen Wert von 82,00 auf 89,00 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt hatte. "Nach der Gewinnüberraschung im zweiten Quartal und dem erhöhten Unternehmensausblick sind wir optimistischer und haben unsere Schätzungen erhöht", hieß es in einer aktuellen Studie.
Dagegen gehörten die Aktien von Bayer mit minus 0,84 Prozent zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Der Chemie- und Pharmakonzern sieht zwar Spielraum für eine Dividendenerhöhung, falls das Geschäft weiter brummt. Händlern zufolge rechneten die Anleger aber bereits vorher mit einer steigenden Ausschüttung an die Aktionäre. Beim MDax-notierten Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) sorgten zwei Kurszielsenkungen für Kursverluste von 0,79 Prozent.
ABSCHREIBUNGEN BELASTEN UNITED INTERNET
Bei den Technologiewerten ging es für United Internet nach der Ankündigung von Abschreibungen um 2,73 Prozent bergab. Der Internetdienstleister muss wegen der Probleme bei der Internetwerbe-Tochter Sedo eine Belastung in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe verkraften. Wie das Unternehmen am Samstag mitgeteilt hatte, schrieb seine 79,45-prozentige Beteiligung 60,3 Millionen Euro auf Firmenwerte ab. Grund sei, dass zu hohe Erwartungen an das Sedo-Geschäft mit Werbung auf ungenutzten Internetseiten gelegt worden seien. In der Bilanz der Mutter United Internet schlagen diese Abschreibungen mit 46,3 Millionen Euro durch. Auch wenn es sich hier nur um eine einmalige Belastung handele, drücke das die Papiere zunächst ins Minus, sagte ein Händler./gl/kja
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
Quelle: dpa
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