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18:25 23.08.12

Börse Frankfurt Schluss: Abschläge, RHÖN-KLINIKUM im Aufwind

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes rutschten im heutigen Handelsverlauf ins Minus. Für Gegenwind sorgten dabei insbesondere die sinkenden Hoffnungen auf Stützungsmaßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur durch die US-Notenbank. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor zuletzt 0,97 Prozent auf 6.949,57 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) gab um 0,59 Prozent nach auf 11.071,92 Punkte. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,98 Prozent nach unten auf 4.908,67 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 0,36 Prozent auf 785,00 Punkte verlor. Der Bund Future gewann zuletzt 0,61 Prozent auf 143,49 Zähler, während der Euro um 0,38 Prozent auf 1,2580 Dollar zulegte.

In den USA notieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,64 Prozent im Minus. Am Freitag steht in Deutschland konjunkturseitig die Veröffentlichung der Zahlen zum Bauhauptgewerbe auf der Agenda. Aus den USA werden die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter gemeldet.

Die deutsche Wirtschaft erweist sich im zweiten Quartal 2012 als widerstandsfähig, auch wenn das Wachstumstempo etwas abgenommen hat. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach vorläufigen Berechnungen - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nach Zuwächsen von jeweils 0,5 Prozent im ersten Quartal 2012 und im Vorjahresquartal. Im Vorjahresvergleich stieg das preisbereinigte BIP um 0,5 Prozent, nach Zuwächsen von 1,7 Prozent im Vorquartal und 3,1 Prozent im Vorjahresquartal. Der vergleichsweise geringe Zuwachs ist u.a. auf den negativen Kalendereffekt zurückzuführen, da es im Berichtsquartal einen Arbeitstag weniger gab als ein Jahr zuvor. Kalenderbereinigt ergibt sich ein entsprechend stärkerer Anstieg des BIP von 1,0 Prozent. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat unterdessen ihre Konjunkturprognose nach unten korrigiert, da sich die Konsolidierungsrezession in den Krisenländern des Euroraumes vertieft und sich nun auch spürbar auf die deutsche Wirtschaft auswirkt. Die KfW rechnet in ihrem heute vorgelegten Konjunkturkompass für 2012 mit einem preis- und kalenderbereinigten Wirtschaftswachstum von 1,0 (Prognose im Mai: 1,2) Prozent. Für 2013 erwartet sie nur noch ein Plus von 1,5 (Prognose im Mai: 2,0) Prozent.

Der deutsche Staat erzielte derweil im ersten Halbjahr 2012 einen positiven Finanzierungssaldo in Höhe von 8,3 Mrd. Euro. Wie das Statistische Bundesamt vorläufig mitteilte, errechnet sich daraus gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen (1.299,5 Mrd. Euro) eine Quote von +0,6 Prozent. Ausschlaggebend dafür war ein Überschuss der Sozialversicherung in Höhe von 11,6 Mrd. Euro, dem ein Defizit der Haushalte von Bund, Länder und Gemeinden in Höhe von 3,3 Mrd. Euro gegenüberstand.

Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) sanken heute um 0,9 Prozent. Siemens Infrastructure & Cities hat von der Tschechischen Staatsbahn Ceske Drahy (CD) einen Auftrag über die Lieferung von sieben siebenteiligen Railjet-Zügen erhalten. Dabei beläuft sich der Auftragswert auf rund 100 Mio. Euro. Der Vertrag beinhaltet die Option, bis Mitte 2013 zusätzlich acht achtteilige Züge bestellen zu können. Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) fuhren indes um 1,3 Prozent hinterher. Der Automobilkonzern sucht den Anschluss an seine profitableren Konkurrenten und erwägt hierzu einem Pressebericht zufolge einen Tabubruch: So könnte die Kernmarke Mercedes zusammen mit dem Partner Renault-Nissan gebaut werden. Demnach könnten schon ab 2016 kleinere Mercedes-Modelle und Infiniti-Autos des japanischen Wettbewerbers Nissan (ISIN JP3672400003/ WKN 853686) zusammen produziert werden. Der erste gemeinsam produzierte Pkw könnte ein kleiner Geländewagen sein, der in Osteuropa angesiedelt wird. Eine Entscheidung könnte schon zum Jahresende bekannt gegeben werden. Im DAX bewegten sich zuletzt auf den ersten beiden Plätzen Merck und Henkel mit 0,3 Prozent bzw. 0,1 Prozent knapp im Plus. Als schwächster Titel verlor METRO 2,9 Prozent an Wert.

Im MDAX richtete sich der Fokus der Investoren heute auf die Aktie der Augenoptikerkette Fielmann (ISIN DE0005772206/ WKN 577220), die sich auf den hinteren Plätzen um 2,3 Prozent verbilligte. Der Konzern verlautbarte, dass sich seine Erwartungen an das erste Halbjahr 2012 erfüllt haben. Demnach konnte man die Ergebnisse verbessern und Marktanteile hinzugewinnen. Auch im zweiten Quartal ist das Unternehmen profitabel gewachsen. Fielmann zeigt sich zuversichtlich, seine Marktposition auszubauen. Für 2012 erwartet man eine Ausweitung der Marktanteile. SGL CARBON (ISIN DE0007235301/ WKN 723530) gaben daneben um 0,5 Prozent ab. Der Graphit- und Karbonhersteller teilte mit, dass er und die Qinghai Salt Lake Industry Co. Ltd. gestern einen Vertrag über die Lieferung eines Rückgewinnungssystems für das Recycling und die Wiederverwendung von Salzsäure (HCl) unterzeichnet haben. Ale bester Wert im MDAX rückten RHÖN-KLINIKUM vor dem Hintergrund von Übernahmespekulationen um über 8 Prozent vor.

Die PSI inControl, das malaysische Tochterunternehmen von PSI (ISIN DE000A0Z1JH9/ WKN A0Z1JH), wurde mit der Implementierung eines neuen Hochwasser-Management-Systems für Bewässerung und Wasserablauf entlang des Flusses Muda im Bezirk Kedah in Malaysia beauftragt. Die Aktie des im TecDAX notierten Konzerns gab hieraufhin rund 3 Prozent nach.

DAX: 6.949,57 (-0,97 Prozent) MDAX: 11.071,92 (-0,59 Prozent) SDAX: 4.908,67 (-0,98 Prozent) TecDAX: 785,00 (-0,36 Prozent)

(23.08.2012/ac/n/m)


Quelle: ac

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