Die äußerst komplizierte Situation mit den unklaren politischen Verhältnissen nach den Wahlen in Griechenland bleibt weiter bestehen. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass es unter den gegebenen Umständen zu einer stabilen Regierungsbildung kommen kann. Deshalb glauben viele Experten daran, dass es im Juni Neuwahlen geben werde.
Der Euro-Rettungsfonds EFSF hat die heute fällige Tranche aus dem Hilfspaket für Griechenland um eine Milliarde Euro gekürzt. Damit wolle man ein unmissverständliches Zeichen setzen, dass es zu einer konsequenten Umsetzunge des Reformprogramms keine Alternative gebe, so lange Griechenland die Unterstützung der Troika aus EU, IWF und EZB weiterhin in Anspruch nehmen wolle. Die aktuelle Tranche der internationalen Hilfsgelder sollte ursprünglich ein Volumen von 5,2 Milliarden Euro haben. Sie wurde bereits vor Wochen nach dem jüngsten Fortschrittsbericht der Troika genehmigt. Dennoch waren aufgrund des Widerstands in Griechenland gegen das vereinbarte Sparprogramm Diskussionen darüber entflammt, ob es besser wäre, die Mittel vorerst zurückzuhalten. Es droht die Isolation Griechenlands und der Zusammenbruch des hochverschuldeten Staates mit unabsehbaren Folgen für die Eurozone.
Der DAX notierte am Mittag bei 6.517 Punkten mit 0,6 Prozent im Plus.
Die Mehrheit der aktiven Derivateanleger hatte am Vormittag auch mit Call-Optionsscheinen und Long-Zertifikaten auf steigende Kurse gesetzt. Der Euwax Sentiment Index lag zeitweise bei plus 45,8 Punkten.
Solarworld hat nach Vorlage der Zahlen für das erste Quartal für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Aufgrund von “Vorzieheffekten” und einer Sonderkonjunktur vor den ausstehenden Förderkürzungen für Solarstrom wurden die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. So steigerte Solarworld den Gewinn vor Zinsen und Steuern um 13 Prozent auf 31,5 Millionen Euro. Der Nettogewinn lag bei 7,2 Millionen Euro, obwohl Analysten hier mit einem Verlust in Höhe von 13 Millionen Euro gerechnet hatten. Der Aktienkurs sprang um 11,8 Prozent auf 1,84 Euro nach oben.
Aber auch die Conergy-Aktie legte um kräftige zehn Prozent auf 0,54 Euro zu. Hier sorgte ein Zeitungsbericht, dass ein chinesisches Solarunternehmen dreißig Prozent der Aktien übernehmen wolle, für Kauflaune.
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