Der unerwartet robust ausgefallene US-Einkaufsmanagerindex vom Dienstag gab den Aktienkursen zu Beginn des heutigen Handelstages noch Auftrieb. Aber auch der Dollar gewann an Wert. Der Euro gab entsprechend bis zum Nachmittag um mehr als einen US-Cent bis auf 1,3124 US-Dollar nach.
Der nationale Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe in den USA lag im Monat April mit 54,8 Punkten so hoch wie seit zehn Monaten nicht mehr.
Allerdings haben dann die Einkaufsmanagerindizes und Arbeitsmarktdaten aus Spanien und Italien die gute Stimmung an den Börsen schnell wieder verdorben. Italiens Industrie ist im April stärker geschrumpft als Analysten dies erwartet hatten. Zudem gab der Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts für die spanische Industrie nach. Gleichzeitig zogen die Arbeitslosenquoten in Spanien und Italien an. Volkswirten zufolge liege dies zum einen an strukturellen Problemen in diesen Ländern, zum anderen aber auch an deren drakonischen Einsparprogrammen. Die beiden hoch verschuldeten Staaten versuchen mit einem regiden Sparkurs die Wirtschaft zu sanieren.
Am Nachmittag enttäuschten dann die Daten der privaten US-Arbeitsagentur ADP. Demnach wurden in der US-Privatwirtschaft im April 119.000 neue Stellen geschaffen. Analysten hatten aber mit 177.000 neuen Jobs gerechnet.
Zudem musste die US-Industrie im März ihr größtes Auftragsminus der vergangenen drei Jahre hinnehmen. Wie das Handelsministerium mitteilte, gingen die Bestellungen im Vergleich zum Vormonat um 1,5 Prozent zurück. Allerdings waren Analysten im Durchschnitt von einem Rückgang um 1,6 Prozent ausgegangen. Im Februar hatten die Aufträge noch um 1,1 Prozent zugelegt.
Der DAX lag nun bei 6.704 Punkten mit 0,8 Prozent im Minus, nachdem er am Morgen noch ein vorläufiges Tageshoch von 6.875 Punkten erreicht hatte.
Die Mehrheit der aktiven Derivateanleger setzte jetzt erst recht auf steigende Kurse des DAX. Der Euwax Sentiment Index lag am Nachmittag bei plus 53,1 Punkten.
Für den morgigen Donnerstag werden die Zahlen von Infineon erwartet. Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch. Privatanleger an der Euwax setzen im Vorfeld aber auf steigende Kurse der Infineon-Aktie und damit möglicherweise auf eine positive Überraschung bei der Veröffentlichung der Zahlen. Die Aktie notierte am Nachmittag bei 7,49 Euro mit 0,3 Prozent im Minus.
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