Ein weiterer Schritt zu einer Umschuldung für Griechenland ist gemacht. Das griechische Parlament hat in der Nacht zum Montag einem weitreichenden Sparpaket zugestimmt und damit die Voraussetzungen für ein internationales Hilfspaket erfüllt. Begleitet wurde die Abstimmung von schweren Krawallen, die andeuten, wie weit der Weg zu einer wirtschaftlichen Gesundung für die Griechen noch sein wird.
Damit liegt der Ball nun wieder bei den EU-Finanzministern. Sie treffen sich am Mittwoch, um über die weiteren Schritte zu beraten.
Zwar gibt es noch keine endgültigen Informationen darüber, wie mit den privaten Kleingläubigern verfahren werden soll. Immer mehr deutet jedoch darauf hin, dass es bei einem freiwilligen Forderungsverzicht bleiben könnte. In der griechischen Anleihe, die im März fällig wird (WKN A0T6US), gibt es an der Börse Stuttgart weiter einen sehr regen Handel. Händler berichten von zahlreichen kleinen Kauforders von Privatanlegern, die darauf spekulieren, dass der vereinbarte Schuldenschnitt tatsächlich freiwillig bleibt und sie damit die Anleihe am 20. März vollständig zurückgezahlt bekommen. Der Kurs dieser Anleihe steigt um rund fünf Prozent.
Auch dem DAX helfen die Nachrichten aus Griechenland wieder auf die Beine, nachdem er am Freitag einen deutlichen Rückschlag hinnehmen musste. Er gewinnt 0,6 Prozent auf 6735 Punkte. Wenig Auswirkung zeigt ein Bericht der Wirtschaftswoche, demzufolge ThyssenKrupp und Siemens möglicherweise fusionieren könnten. Das Blatt zitiert Überlegungen von Thyssen-Managern demzufolge ein Zusammenschluss am Ende eines längeren Schulterschlusses stehen könnte. Die Börse glaubt aber offenbar nicht so recht an diese Perspektive, zumal der Bericht mittlerweile von Siemens dementiert wurde. Beide Aktien notieren unauffällig mit kleinen Aufschlägen.
Konkreter sind die Berichte schon in Sachen TUI. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, dass die Stadt Hamburg ihren Anteil an der TUI-Tochter Hapag Lloyd auf mehr als 37 Prozent ausbauen will. TUI würden demnach 420 Mio. EUR zufließen. Die TUI-Aktie gewinnt 2,5 Prozent und ist damit einer der größten Gewinner im MDAX.
Im frühen Handel, als der DAX in der Spitze mehr als ein Prozent im Plus lag, stemmten sich die privaten Anleger gegen diesen Trend. Der Euwax Sentiment notierte deutlich im Minus und zeigte damit an, dass vorwiegend Puts gekauft wurden. Mit dem leichten Rückgang im DAX stieg auch die Bereitschaft der Anleger, Calls zu kaufen. Der Sentiment Index steht aktuell im neutralen Bereich.
Gefragt waren unter anderem Puts auf die ThyssenKrupp-Aktie. Offenbar glaubt man, dass sich die Berichte über eine Fusion mit Siemens als Sturm im Wasserglas entpuppen werden.
| DAX | MDAX | SDAX | TecDAX | EuroStoxx |
| Dow Jones | Nasdaq | Gold | Silber |
| Apple | Commerzbank |
Aktienkurse (II) - Wenn die Korrektur der Korrektur korrigiert wird
US-Dollar: Wohin geht die Reise - stärkt die Eurokrise weiter den Greenback?