Bundespräsident Christian Wulff ist am Freitag zurückgetreten. Er reagiert damit auf das wochenlange Tauziehen um seine Person und auf die Veröffentlichung von Verfehlungen. Letztlicher Auslöser dürfte der Schritt der Staatsanwaltschaft Hannover gewesen sein, die gestern abend die Aufhebung seiner Immunität beantragt hat und wegen möglicher Vorteilsnahme ein Ermittlungsverfahren einleiten will.
An der Börse werden die Ereignisse rund um Christian Wulff zwar mit großem Interesse verfolgt – echten Einfluss auf die Kurse haben sie aber nicht. Der DAX startet mit Kursgewinnen in den letzten Handelstag der Woche. Gegen 11.15 Uhr liegt der DAX bei 6810 Punkten, ein Plus von 0,9 Prozent. Damit wechselt der Aktienmarkt den achten Tag in Folge das Vorzeichen – ein Tag Plus, ein Tag Minus. Das ist eine höchst ungewöhnliche Serie und zeigt, wie unentschlossen der Markt derzeit ist.
Größte Gewinner im DAX sind Infineon, HeidelbergCement und Daimler. Auch die Banken gehören zu den Zugpferden im DAX. Zu den wenigen Verlierern gehören vor allem defensive Werte wie FMC, Merck und Beiersdorf.
Weiterhin unbeeindruckt zeigt sich die Aktie von Fraport von dem andauernden Streik am Frankfurter Flughafen. Analysten schätzen, dass ein Tag, an dem sämtliche Flüge ausfallen sollten, Fraport rund fünf Mio. EUR Gewinn kosten könnte. Die Fraport-Aktie gewinnt 0,8 Prozent.
Im TecDAX fällt die Aktie von Singulus auf. Das Unternehmen meldet einen Auftrag für seinen Solarbereich, ohne allerdings dessen Wert zu beziffern. Die Aktie gewinnt vier Prozent und hat damit seit Jahresanfang fast 50 Prozent zugelegt.
Die Anleger an der Börse Stuttgart verhalten sich weiter antizyklisch. Konkret heißt das heute: Steigende Kurse beim DAX und ein negativer Euwax Sentiment.
Gefragt ist ein Put auf den Bund Future, die Anleger setzen damit auf steigende Kurse bei deutschen Bundesanleihen.
| DAX | MDAX | SDAX | TecDAX | EuroStoxx |
| Dow Jones | Nasdaq | Gold | Silber |
| Apple | Commerzbank |
Aktienkurse (II) - Wenn die Korrektur der Korrektur korrigiert wird
US-Dollar: Wohin geht die Reise - stärkt die Eurokrise weiter den Greenback?