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16:30 26.01.12

Euwax Trends am Nachmittag: Jahreshoch bei DAX, Gold und Euro - FED lässt Zinsen bis 2014 nahe Null - Aktien der Deutschen Börse gewinnen

Der heutige Handelstag bringt Jahreshöchststände auf breiter Front. Sowohl der DAX als auch Gold und Silber und der Euro zum Dollar notieren so hoch wie noch nicht zuvor in 2012. Besonders beim DAX war es eine Rally, die gegen 10.30 Uhr gewissermaßen aus dem Nichts startete. Sie dürfte in erster Linie technisch getrieben sein, denn der DAX durchbrach damit sowohl den bisher hartnäckigen Widerstand bei 6430 Punkten als auch das bisherige Jahreshoch.

 

Das Plus bei deutschen Aktien wurde am Nachmittag zur Eröffnung der Wall Street sogar noch ausgebaut. Gegen 15.50 Uhr liegt der DAX auf Tageshoch bei 6550 Punkten, das ist ein Plus von zwei Prozent. Euro/Dollar notiert bei 1,3160, Gold bei 1727 Dollar je Feinunze.

 

Geholfen hat sicher auch die Ankündigung der US-Notenbank Federal Reserve, die Leitzinsen bis mindestens Ende 2014 auf dem aktuell niedrigen Niveau halten. Damit wagt sich Notenbankchef Ben Bernanke weit aus dem Fenster. Denn in dem aktuell unsicheren Umfeld ist bereits eine Prognose auf Sicht von drei Wochen oder drei Monaten schwierig. Eine Prognose auf Sicht von fast drei Jahren ist sehr mutig. Vieles in dieser Entscheidung spricht für eine gewisse Verzweiflung auf Seiten der FED.

 

Natürlich möchte man mit einer solchen Aussage den Marktteilnehmern eine mittelfristige Kalkulationsgrundlage nehmen, damit diese angebotene Kredite auch wirklich aufnehmen, ohne mit Zinssteigerungen rechnen zu müssen. Aber quasi ein Versprechen abzugeben, auf Sicht von drei Jahren die Zinsen nicht zu erhöhen, das ist ein Novum für eine Notenbank. Und es spricht für tiefe Besorgnis um die wirtschaftliche Entwicklung und dafür, dass die FED eher Angst vor Deflation denn vor Inflation hat.

 

Die Aktie der Deutschen Börse ist mit einem Plus von 4 Prozent der größte Gewinner, obwohl die Fusion mit der NYSE immer unwahrscheinlicher wird. Eine Entscheidung der EU-Kommission wird nun für den 1. Februar erwartet. Aber es scheint fast so, als seien die Märkte mittlerweile erleichtert, wenn das Gezerre um den Zusammenschluss endlich vorbei ist. ThyssenKrupp und Lufthansa weisen neben der Deutschen Börse die größten Aufschläge im DAX auf.

 

Für viele Anleger in Stuttgart war die heutige Aufwärtsbewegung im DAX eine Rally der Schmerzen. Denn sehr hartnäckig hatten viele von ihnen zuletzt auf sinkende Kurse gesetzt. Auch heute notiert der Euwax Sentiment weiter deutlich im negativen Bereich.



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