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Ablasshandel

Man kennt es aus amerikanischen TV-Serien: Anwälte feilschen bis zur letzten Minute um eine Vereinbarung, nur um ein richterliches Urteil zu vermeiden. Diese juristische Feilscherei wird in Amerika zu Recht als Tagesgeschäft dargestellt. Doch offenbar untertreiben die TV-Serien hierbei das ein oder andere Mal. Denn die US-Großbank JP Morgan stellt eine ganz neue Dimension des Ablasshandels dar:

Ablasshandel: Eine Frage des Geldes

Hintergrund der Diskussion zwischen Anwälten von JP Morgan und den US-Behörden ist die Angst der Bank vor einem spektakulären Gerichtsprozess. Dabei geht es um die Frage, ob JP Morgan-Anleger mit faulen Hypotheken-Papieren über den Tisch gezogen hat oder nicht. Inzwischen steht die Summe von bis zu 11 Mrd. US-Dollar im Raum. Davon wären 7 Mrd. US-Dollar als Strafzahlung in bar und 4 Mrd. US-Dollar als Entschädigung an die betrogenen Anleger gedacht.

Bislang handelt es sich bei diesen Zahlen allerdings nur um Gerüchte, die mit der Sache vertraute Personen an das Wall Street Journal weitergaben. Ob das wiederum ebenfalls nur ein Schachzug in diesem Spiel mit zahlreichen Unbekannten ist, wird sich zeigen. So oder so muss JP Morgan tief in die Tasche greifen, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Vor einem Geschworenengericht würde die Bank sicher nicht so billig wegkommen. Denn hier besteht die Gefahr, dass ein Ablasshandel zu einer Generalabrechnung für die Finanzkrise führen würde.

Am Ende wird es also auf einen Freikauf hinauslaufen. Damit hat JP Morgan ja durchaus Erfahrung. Im Fall des „London Whale“ und den Spekulationsverlusten eines Londoner Händlers im Milliardenbereich hatte JP Morgan einem Vergleich amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden zugestimmt. Damals musste die Bank 920 Mio. US-Dollar zahlen.

Ablasshandel: Eine Frage der Moral

Wenn man sich indes die moralische Frage stellt, müsste nicht nur JP Morgan zur Verantwortung gezogen werden. Im Rahmen der Finanzkrise ist schließlich so einiges schief gelaufen und es war nicht nur JP Morgan, die mit Hypotheken-Papieren das große Geld machte. Neben anderen Banken müssten hier auch Hedge-Funds und andere Finanzmarktakteure ebenso wie die Aufsichtsbehörden und die US-Regierung be- bzw. verurteilt werden. Während JP Morgan nun als prominenter Akteur vor Gericht steht, bleibt abzuwarten, ob damit Ruhe in die Aufarbeitung der Finanzkrise kommen kann.

Fazit

Für Anleger hatte die Ablasshandel-Debatte um JP Morgan nur wenige Auswirkungen. Letztlich sollten Anleger einfach Investments machen, bei denen Sie verstehen, um was es geht und sich nicht mit Ablasshandel herumschlagen müssen. Um solche Skandale zu vermeiden sollten Sie in die langfristig sichersten und erfolgreichsten Aktien weltweit investieren.

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