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Abschaffung Abgeltungssteuer

Es gibt nur wenige Steuern, deren Sinn hinterfragt werden oder über deren Einstellung gar diskutiert wird. Bei der Abgeltungsteuer ist dies derzeit jedoch der Fall. Nachdem die Steuer in diesem Jahr ihr Fünfjähriges feiert, wird über das Ende der, als Erleichterung bei der Besteuerung von Kapitaleinkünften gedachte, Abgeltungsteuer diskutiert. Für Anleger würde eine Abschaffung der Abgeltungssteuer jedoch wieder zu neuen Komplikationen und eventuell sogar zu einer Mehrbelastung führen (hier erfahren Sie sofort, wenn sich dazu Änderungen ergeben).
 

Abschaffung der Abgeltungssteuer für alle
 

Im Rahmen der großen Steuerreformen des vergangenen Jahrzehnts wurde die Besteuerung von Kapitaleinkünften zum Teil radikal verändert. Für Aktionäre gab es so viele nachteilige Reformen, u.a. die Vermögenssteuer. Neben dem Wegfall der Steuerfreiheit nach einer Spekulationsfrist für Aktien von einem Jahr wurde beispielsweise auch die Besteuerung der Erträge in Form von Kursgewinnen und Dividenden umgebaut. Ziel der Abgeltungssteuer war es, die Besteuerung einfacher und gerechter zu machen. Jetzt steht die Abschaffung der Abgeltungssteuer zur Diskussion. Denn:
 

Aufgrund der zahlreichen neuen Steuerabkommen Deutschlands mit anderen Ländern sieht man sich in der Politik keineswegs mehr an die ursprünglichen Ziele der Abgeltungssteuer gebunden. Durch neue Verträge melden künftig immer mehr Staaten die Kapitalerträge der deutschen Anleger direkt dem heimischen Fiskus. Eine Abgeltungsteuer ist daher aus Sicht zahlreicher Länderfinanzminister nicht mehr nötig. Stattdessen soll dann die individuelle Besteuerung greifen. Sollte in diesem Fall eine Anrechnung der bereits vom Unternehmen gezahlten Steuern ausbleiben, würde dies einer echten Mehrbelastung der Anleger wie bspw. für die private Altersvorsorge gleichkommen.
 

Abschaffung der Abgeltungssteuer im Detail
 

Im Fall der Besteuerung von Zinserträgen mag die Argumentation mit der fixen Höhe der Abgeltungsteuer gerechtfertigt sein. Allerdings besteht hier auch die Frage nach der Relevanz in Zeiten von Niedrigzinsen und kaum messbaren Realrenditen für Zinsanlagen (vgl.: kalte Enteignung). Die Steuerdebatte dürfte daher eher etwas für Zinssätze aus der Zeit vor der Finanzkrise sein. Allerdings würde eine neue Zinsbesteuerung auch eine Ungleichheit beseitigen. Denn:
 

Im Vergleich zu Dividendenerträgen werden Zinsen bevorteilt. Schließlich müssen ausgeschüttete Gewinne auch auf der Ebene des Unternehmens bereits versteuert werden. Doch vielleicht sollte man sich als Anleger nicht der Hoffnung hingeben, dass es der Politik um faire Besteuerung geht. Meist spielt bei solchen Überlegungen lediglich die Optimierung der Steuereinnahmen eine Rolle. Anleger bleiben da auf der Strecke. Entscheidend ist daher auch in Zukunft eine möglichst große Nettorendite, so dass nach Inflation und Steuer noch etwas übrig bleibt – egal ob es zu einer Abschaffung der Abgeltungssteuer kommt oder nicht. Nutzen Sie dabei die kostenlosen Tipps von deutschlands Aktien-Experten! Klicken Sie hier...