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Baltic Dry Index

In Zeiten des Internets sind treffsichere Indikatoren für die Weltwirtschaft immer und jederzeit verfügbar. Doch diese Präsenz hat auch Schattenseiten, denn die Auswirkungen sind sofort weltweit spürbar. Anleger sind daher immer auf der Suche nach Geheimtipps. Einer dieser noch wenig bekannten Indikatoren nennt sich Baltic Dry Index und bildet die Preise für Schiffsfracht ab. Im Detail:
 

Warentransport hält die Wirtschaft am Laufen
 

Durch die enge Verzahnung der verschiedenen Wirtschaftsregionen dieser Welt ist ein reibungsloser Warentransport essentiell geworden. Aus Kostengründen findet dieser weitgehend zur See statt. Volle Containerterminals und ebenso gefühlte Frachtschiffe sind also ein Gradmesser für den Zustand des Handels. Vergessen wird dabei jedoch oft, dass es nach wie vor viele Waren gibt, die nicht per Container und damit in anderen Schiffstypen transportiert werden.
 

Für die Weltwirtschaft relevant sind dabei neben Öl- und Gastankern vorrangig Schüttgutfrachter, mit denen Kohle, Eisenerz, Getreide aber auch Dünger und Kunststoffgranulat transportiert werden. Ein Gradmesser für den Zustand dieses Transportsegments ist der Preisindex Baltic Dry Index. Sinkt also dieser Index, liegt dies in der Regel an zurückgehenden Transportmengen. Und das wiederum lässt Rückschlüsse auf die Weltwirtschaft zu.
 

Baltic Dry Index seit Jahresbeginn rückläufig
 

Seit Anfang 2014 ist der Baltic Dry Index um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Er steht nun auf dem tiefsten Stand seit 12 Monaten. Um ein Gefühl für die Tragweite der aktuellen Entwicklung zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick auf die nackten Zahlen:
 

Anfang Juni fiel der Baltic Dry Index unter die Marke von 1000 Punkten, nachdem zu Jahresbeginn noch ein Indexstand von über 2000 Zählern aufgerufen wurde. Diese Zahlen sind allerdings noch nichts im Vergleich zu den Werten vor der Finanzkrise. Im Mai 2008 stand dieser Baltic Dry Index übrigens auf dem Rekordniveau von knapp 12.000 Punkten...
 

Baltic Dry Index: Vorlaufender Indikator
 

Mit einem sofortigen Absturz der Weltwirtschaft oder gar einem Börsencrash ist trotz des rapiden Rückgangs dennoch keineswegs zu rechnen. Denn: 
 

Aus der Historie ist bekannt, dass der Index eine Vorlaufzeit von acht bis 12 Monaten hat. Von daher wäre noch etwas Zeit bis zum kommenden Frühjahr. Bis dahin könnten auch schlicht die nun gelehrten Lager wieder aufgefüllt werden, womit das Frachtaufkommen wieder steigt.
 

Interessant ist dies auch angesichts der Tatsache, dass das Tief des Baltic Dry Index eben aufgrund solcher Lagerhaltungsmaßnahmen erst im Februar 2012 bei 647 Punkten erreicht wurde und somit inmitten der Wirtschaftserholung lag. Letztlich wird hierbei auch die Schwäche des Baltic Dry Index deutlich. Zumal aufgrund höherer Transportkapazitäten ein Rückgang der Frachtraten nicht unbedingt auf sinkendes Frachtaufkommen zurückzuführen ist.