Dax 10297.0 -0.93%
MDax 21168.0 -0.70%
TecDax 1766.0 -0.79%
BCDI 138.56 0.06%
Dow Jones 18116.0 0.1%
Nasdaq 4827.69 0.17%
EuroStoxx 2958.5 -0.67%
Bund-Future 165.93 0.14%

Bankenrestrukturierung

Die große Finanzkrise von 2008 hat tiefe Narben in der europäischen Bankenlandschaft und damit auch dem Vertrauen in Banken hinterlassen. Dank Steuermilliarden mussten zwar nur wenige Banken geschlossen werden, dennoch kann die Frage gestellt werden, ob gerade die Rettungsmaßnahmen in Deutschland und Frankreich tatsächlich so erfolgreich waren, wie es immer dargestellt wird. Hans-Joachim Dübel von der Beratungsgesellschaft Finpolconsult kommt in einer Studie im Auftrag des Frankfurter Center for Financial Studies zu wenig schmeichelhaften Einschätzungen.

Bankenrestrukturierung: Teure Rettung

Laut der Studie geben Deutschland und Frankreich keine guten Vorbilder bei der Restrukturierung von sog. Zombie-Banken ab. Vor allem, wenn man die spektakulärsten Fälle wie Hypo Real Estate und Dexia mit ähnlichen Fällen in anderen europäischen Ländern vergleicht.

Aus Angst vor negativen systemischen Konsequenzen der Bankenrestrukturierung hätten Deutschland und Frankreich wiederholten Kapitalspritzen mit öffentlichen Mitteln den Vorrang vor einer Beteiligung privater Gläubiger gegeben. Angesichts dieser ungenutzten Potenziale bei der Gläubigerbeteiligung betrachtet Dübel man den klassischen europäischen Ansatz in der Bankenkrise, der hauptsächlich von diesen beiden Ländern propagiert wurde, – das Anstreben eines „soft landing“ durch Nachsichtigkeit der Regulierer bei Bewertungen in Kombination mit öffentlichen Rettungsmaßnahmen – als gescheitert.

Während den Steuerzahlern in anderen europäischen Ländern, wie Irland oder zuletzt Griechenland, dieser Ansatz der Bankenrestrukturierung aufgezwungen wurde, seien es vielmehr kleinere europäische Länder, wie Dänemark oder die Niederlande, gewesen, die von sich aus vorbildliche Ansätze zur Bankenrestrukturierung entwickelt haben.

Bankenrestrukturierung: Die Liste der Rettungen

Die Studie betrachtet zudem in einer empirischen Analyse das Kapital- und Schuldenmanagement in acht Fällen von Bankenrestrukturierungen und -abwicklungen:

Alpha Bank (Griechenland), Amagerbanken (Dänemark), Anglo Irish Bank (Irland), Bankia (Spanien), Cyprus Popular Bank/Laiki (Zypern), Dexia (Belgien/Frankreich), Hypo Real Estate (Deutschland) und SNS Reaal Group (Niederlande). Die Liste geht noch weiter, doch für die Studie wurde eine Auswahl hinsichtlich ihres Beispielcharakters für die europäische politische Debatte um Bankenrestrukturierung und -abwicklung getroffen.

Während die Gläubigerbeteiligung in den Fällen von Laiki oder Amagerbanken über 65 bzw. 75 Prozent liegt, sind es im Fall der Hypo Real Estate nur 5 Prozent! In der Regel müssen die Regierungen damit rechnen, ihre Investitionen größtenteils zu verlieren (Hypo Real Estate, Anglo Irish Bank). Der Median der zu erwartenden Verluste liegt bei 75 Prozent. Eine Ausnahme ist der niederländische Fall der SNS Reaal, hier kann die Regierung mit einer Kostendeckung rechnen.

Bankenrestrukturierung und Lehren für die Politik

Die Studie leitet aus den Ergebnissen einige Lehren für die Politik ab. Die wichtigsten sind:

Das Zeitfenster bis zur Bankenrestrukturierung zu verkleinern (was ein Ausweichen des zur Gläubigerbeteiligung heranzuziehenden Kapitals reduziert); die Beteiligung der Gläubiger durch geeignete Gesetze zu vertiefen. Diesbezügliche Regelungen sind in vielen Ländern noch nicht verabschiedet worden, da die entsprechende europäische Richtlinie auf 2018 verschoben wurde. Wie sagte schon Mark Twain: „Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin“. Investieren Sie deshalb nur in die langfristig sichersten und besten Aktien der Welt! Wie das funktioniert erfahren Sie im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick...