Dax 11164.0 -0.14%
MDax 21494.0 0.10%
TecDax 1741.5 0.40%
BCDI 131.44 0.39%
Dow Jones 19636.0 0.07%
Nasdaq 4857.67 0.02%
EuroStoxx 3186.5 -0.27%
Bund-Future 161.61 0.12%

Benjamin Graham

Der US-Amerikaner Benjamin Graham gilt als Gründervater der Value-Strategie. Sein Standardwerk „Der intelligente Investor“ zählt zu den meistgelesenen Werken der Börsenliteratur. Warren Buffett, das Orakel von Omaha, wurde durch dieses Buch an das Value-Investing herangeführt. Es stellte somit die Weichen für den späteren Erfolg des Buffett-Portfolios bei Berkshire Hathaway. Benjamin Graham wäre im Jahr 2014 120 Jahre alt geworden. Ein kurzer Überblick über eine (für Börsianer) interessante Biografie: 

Benjamin Graham: Finanzkrise als Lehre 

Als der spätere Investmentguru am 9. Mai 1894 als Kind der Familie Grossbaum in London das Licht der Welt erblickte, regierte noch Queen Victoria und an die große Zeit der Wall Street in New York dachte noch niemand. Den heute bekannten Nachnamen Graham nahm die Familie erst zwei Jahrzehnte später in den USA an. Dorthin siedelten die Grossbaums bereits ein Jahr nach der Geburt Benjamins um. 

Die Kindheit verbrachte er zunächst im gut situierten New Yorker Wohlstand. Nach dem frühen Tod seines Vaters 1903 versuchte die Mutter, die Familie über Wasser zu halten. Aufgrund mangelnden Geschäftssinns scheiterte dieser Plan aber. Während der Finanzkrise vier Jahre später verlor dann auch die Familie nahezu ihr ganzes Vermögen durch kreditfinanzierte Spekulationen mit Aktien. Diese einschneidende Erfahrung dürfte neben der großen Depression der 1930er-Jahre maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Benjamin Graham später stets den Kapitalerhalt in den Vordergrund seiner Anlagekonzepte stellte. 

Akademische Karriere von Benjamin Graham

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zeigte jedoch auch bei dem armen Benjamin seine Offenheit für Talente. Aufgrund derer erhielt Graham ein Stipendium an der renommierten Columbia University, wo er 1914 seinen Abschluss feiern konnte. Direkt im Anschluss trat er eine Stelle bei der Brokerfirma Newburger, Henderson & Loeb an, bei der er neun Jahre blieb und die Börsenluft der Wall Street gierig aufsaugte. 

Aufgrund des Erfolgs im Investmentbereich entschloss sich Graham 1923 zur Gründung einer ersten eigenen Vermögensverwaltung. Drei Jahre später erfolgte ein Neustart gemeinsam mit Jerome Newman. In der Graham Newman Corporation bewahrte er das Praxiswissen, was er später als Universitätsdozent an seine Schüler weiter gab. Dazu zählten zahlreiche spätere Börsenlegenden wie Warren Buffett, Walter Schloss oder Irving Kahn. Buffett war übrigens der einzige Student, der jemals in einem Graham-Kurs die Note A+ erhielt. Kurze Zeit nach der Gründung der Vermögensverwaltung wurde Graham 1928 an die Columbia University gerufen, wo er bis 1957 lehrte. 

Benjamin Graham: Autor von Finanz-Bestsellern 

Bereits 1934 erschien Benjamin Grahams erster Bestseller. Gemeinsam mit David Dodd hatte er das Werk „Wertpapieranalyse“ verfasst, das bis heute zu den Klassikern der Finanzliteratur zählt. Nach dem zweiten Weltkrieg begab sich Graham auf die Spuren seines ersten Erfolgs als Autor. Dieses Mal richtete sich das Werk aber an ein breiteres Publikum. Dies erklärt sicher auch, warum das 1949 erstmals erschienene Buch „Der intelligente Investor“ bis heute das Standardwerk der Value-Strategie ist. 

Ganz zum Schluss – noch ein (Buch-)Tipp. Lesen Sie auch einmal „Die Graham-Methode“. Sie erhalten einen Einblick über Benjamin Grahams Value-Investing Schritt für Schritt.