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MDax 21249.0 0.03%
TecDax 1719.5 -0.61%
BCDI 129.55 -0.30%
Dow Jones 19512.0 -0.05%
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Charttechnik Point&Figure

Point&Figure ist keinesfalls eine "neue" Charttechnik. Ganz im Gegenteil, sie ist die älteste westliche Form der Charttdarstellung und mittlerweile seit mehr als 150 Jahren im Einsatz. Dabei wurde sie stetig weiterentwickelt. Ihr Anfänge lagen zwar bei Charles Dow, nach dem die wichtigsten US-Indizes wie der Dow Jones Industrial benannt wurden, ihre Weiterentwicklung erlebte sie aber erst in den 1950er-Jahren, als die Investment-Firma Chartcraft wichtige Bestandteile hinzufügte und das Bestehende in ein festes Regelwerk einordnete. (Nicht umsonst wird auch heute noch die bekannteste Chart-Einstellung eines Point&Figure-Charts mit dem Namen dieser Firma bezeichnet.) Ohne jetzt allzu sehr ins Detail gehen zu können, möchten wir Ihnen an dieser Stelle einige entscheidende Grundlagen der Point&Figure-Charttechnik vorstellen:
 

Point&Figure: Entscheidende Grundlagen
 

Kennzeichnend für einen Point&Figure-Chart ist die klare Rasterung, die von der Kästchengröße bestimmt wird. So wird nicht jeder Kurs eingezeichnet, sondern eine Visualisierung geschieht erst dann, wenn das nächste Kästchen erreicht wird. Ein einfaches Beispiel soll das verdeutlichen:
 

Wenn wir den Dax in einer Kästchengröße von 100 Punkten als Point&Figure-Chart darstellen, sehen wir folgendes Bild:



Aufgrund der Rasterung zeigt der Chart beim neuen Allzeithoch, das am 15. Januar durch Erreichen der 9794 Punkte generiert wurde, nur eine 9700 an. Warum ist das so? Weil das 9700er-Kästchen erreicht, aber die 9800er-Box knapp verfehlt wurde. Auf den ersten Blick mag das verwirrend sein, aber beim zweiten Hinsehen offenbart die mehr als 150 Jahre alte Charttechnik Point&Figure Ihre Stärken:
 

• Klare Trendbestimmung
• Kurszielberechnungen
• Eindeutige Trendlinien
• Klare Marktanalyse
• Eindeutige Stopp-Bestimmung
 

Für einen Point&Figure-Charttechniker ist nun noch wichtig:
 

• Wie erkennen wir frühzeitig, ob sich ein Kaufdruck oder ein Verkaufsdruck aufbaut?
• Wann kommt es zu signifikanten Kursbewegungen, die uns die Signale liefern?
• Wie vermeiden wir, Fehlsignalen, die aus dem „statistischen Rauschen“ des
• Marktes entstehen, zu vertrauen und dadurch Verluste zu erleiden?

Point&Figure: Klares Regelwerk
 

Und diese Fragen beantwortet der Point&Figure-Chart mit seinem klaren Regelwerk. Konkret:
 

Eine Aktie, ein Index, ein Rohstoff und generell jedes börsengehandelte Asset befindet sich entweder in einem Point&Figure-Kaufsignal oder einem Verkaufssignals. Im Detail:
 

Ein Kaufsignal wird dann generiert, wenn ein signifikantes neues Hoch generiert wird. Ein Verkaufssignal wiederum entsteht, wenn sich ein signifikantes neues Tief ausprägt. Da der Point & Figure Chart in Form von X- (für steigende Kurse) und O-Säulen (für sinkende Notierungen) aufgebaut ist und ein neues X oder O erst nach Erreichen der Kästchengröße gezeichnet wird, lassen sich signifikante Hochs und Tiefs eindeutig erkennen. So sieht ein typisches Kaufsignal im Point & Figure Chart wie folgt aus:



Sie erkennen dieses daran, dass die letzte X-Säule, die vorhergehende X-Säule um mindestens ein X überschreitet. Entsprechend sehen Sie ein Verkaufssignal ohne Probleme im Point & Figure Chart:



Hier unterschreitet die letzte O-Säule die vorhergehende um ein O. Damit hat der Chart ein Verkaufssignal generiert.
 

Diese beiden Grundmuster finden Sie in jedem Kauf- oder Verkaufssignal wieder. Hier gibt es mannigfaltige Ausprägungen, die sich in ihrer Signifikanz unterscheiden.