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Dubai-Crash

Horrende Kursverluste an einem Handelstag an irgendeiner Weltbörse gelten gemeinhin immer als Warnsignal für Anleger. An der Börse in Dubai sind die Kurse jüngst fast zweistellig eingebrochen. Man erinnere sich - vor der Finanzkrise 2008 war Dubai bereits schon einmal Schauplatz eines Börsencrashs. Doch Parallelen zu damals sind nur bedingt erkennbar. Denn:

Dubai-Crash – der Immobilienmarkt als Auslöser

Der Auslöser für den jüngsten Dubai-Crash liegt im überhitzten Immobilienmarkt des Emirates am Golf. Konkreter Anlass ist die Krise der Bauholding Arabtec. Deren Aktienkurs hat sich innerhalb weniger Tage mehr als halbiert. Die Folge davon waren Kettenreaktionen, wie sie überall auf der Welt schon vorgekommen sind:

Der Dubaier Aktienindex DFM General brach an einem Tag in der Spitze um rund neun Prozent ein und setzte auch in der nächsten Sitzung seine Abwärtsbewegung mit nur wenig geringeren Abschlägen fort. Für den seit Monaten schwächelnden Index war dieser Einbruch jedoch der größte Absturz seit dem Jahr 2008.

Dubai-Crash: Kettenreaktion dank Margin-Call

Hauptgrund für die aktuelle Misere ist jedoch keineswegs eine breite Wirtschaftskrise, sondern die Aktienanlage auf Pump. Aufgrund der Kursverluste durch den Dubai-Crash kamen viele Anleger in die Bredouille, da sie Aktien auf Kredit erworben hatten. Da die Wertpapiere zugleich als Sicherheit für die Kredite dienten, wurden die Banken angesichts der einbrechenden Kurse nervös und forderten neue Sicherheiten.

Anleger, die im Rahmen des sogenannten Margin Calls keine neuen Sicherheiten bieten konnten, mussten ihre Aktien verkaufen, wodurch die Kurse an den Börsen zusätzlich unter Druck gerieten. Der Dubai-Crash muss also noch nicht zu Ende sein, denn die sinkenden Kurse bringen immer mehr kreditfinanzierte Aktiendeals in dem Emirat ins Wanken.

Dubai-Crash: Auswirkungen für die Weltmärkte begrenzt

Allerdings blieb der Dubai-Crash bisher ohne größere Folgen für die Märkte dieser Welt. Lediglich in unmittelbarer Nachbarschaft war die Verunsicherung etwas zu spüren. So gaben etwa die Indizes der Börsen in Abu Dhabi, Saudi-Arabien und Kuwait ebenfalls spürbar nach. In der Regel wurden die Verliererlisten dabei von Immobilientiteln angeführt.

Trotz des weltweiten Optimismus an den Aktienmärkten ist die Entwicklung am Golf derzeit nicht mehr so gut. Der Dubai-Crash kommt dabei nämlich keineswegs aus heiterem Himmel. Nach dem Rekordhoch des DFM General vor einigen Monaten hat der Index mehr als 20 Prozent eingebüßt - die Börse Dubai ist damit klar in einer Baisse-Phase.