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Edouard Carmignac

Die großen Investoren dieser Welt sind meist ganz besondere Typen. Häufig fallen Anlegervorbilder wie Value-Investing-Guru Warren Buffett oder Anleihen-Spezialist Bill Gross durch klare Worte auf. Mit eben diesen macht auch der bedeutendste französische Fondsmanager Edouard Carmignac von sich reden. In letzter Zeit sorgten vor allem seine großformatigen Zeitungsanzeigen zur Geldpolitik der Europäischen Zentralbank für Furore.
 

Edouard Carmignac: Kosmopolit von Anfang an
 

Der Weg in die Finanzwelt war Edouard Carmignac keineswegs von vornherein in die Wiege gelegt. Als Sohne eines Diplomaten wuchs er die ersten 12 Lebensjahre in Peru auf. Später ging er auf eine Schule in Großbritannien, bevor er anschließend in Paris Wirtschaft studierte. Der mit einem MBA der New Yorker Columbia Universität gekrönte Abschluss ebnete wiederum Edouard Carmignac den Weg an die Wall Street. Dort heuerte er beim US-Brokerhaus Hamant & Cie an und blieb hier bis 1989. Im selben Jahr wagte er den Schritt in die Unabhängigkeit und gründete sein eigenes Investmenthaus, Carmignac Gestion.
 

Edouard Carmignac: „Erbe“ aus Aushängeschild
 

Das Aushängeschild von Edouard Carmignac ist ebenso alt wie sein Unternehmen. Unter dem Namen Carmignac Patrimoine (Patrimoine heißt übersetzt Erbe) legte der Franzose 1989 den inzwischen auch in Deutschland berühmten Mischfonds auf. Die Idee hinter dem Namen ist simpel:
 

Das Geld soll so angelegt werden, dass beim Vermögensaufbau auch für die Erben noch etwas übrig bleibt. Diesem Anspruch wurde Edouard Carmignac in den vergangenen Jahren auch meistens gerecht. Immerhin zählt der Franzose zu den besten Fondsmanagern in Europa. Eines der liebsten Bilder, die Edouard Carmignac benutzt, ist das des Patriarchen:
 

Edouard Carmignac: Querdenker und Patriarch
 

In dieser Rolle sieht er sich über allem stehen. Dennoch fällt er die wichtigen Entscheidungen meist selbst. Dazu passt, dass er sich mit großformatigen Anzeigen in Tageszeitungen auch in die französische und europäische Politik einmischt. So setzte er sich gegen die geplante Einführung einer Vermögenssteuer in Frankreich ein und kritisierte Jean-Claude Trichet zum Abschied als Chef der Europäischen Zentralbank. Edouard Carmignac ist auch in anderer Hinsicht ein Querdenker:
 

Als Fan der Rolling Stones engagierte er die britischen Rocker schon mal für ein Privatkonzert. Er kam damit zumindest kurzfristig, seinem Jugendtraum Rockstar zu werden etwas nahe. Daneben spielt er seit vielen Jahren Polo und unterhält ein eigenes Team. Auch die bildenden Künste haben es ihm angetan: So hängen in seinem Büro im Pariser Zentrum zwei Andy-Warhol-Porträts von Mao und Lenin - als eine tägliche Mahnung und Erinnerung an die, wie er sagt „zwei erfolgreichsten Terroristen der Welt“. Dennoch bieten Aktien ein weitaus attraktiveres Chance/Risiko-Verhältniss als Fonds. Vor allem wenn in die erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt investiert wird!