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Einlagengeschäft

Banken haben von jeher mit dem so genannten Einlagengeschäft einen Großteil ihres Geschäftsmodells bestritten. Hinter diesem Begriff verbirgt sich schlicht die Annahme von Kundengeldern, etwa in Form von Sparbüchern oder Tagesgeldkonten. Nur mit diesen Einlagen konnten Banken dann auch Kredite vergeben. Die Spanne der Zinssätze zwischen diesen beiden Geschäftsfeldern Einlage und Kredit machte einen Großteil der Bankgewinne aus.

Einlagengeschäft: Private Einlagen sind wichtig

Im Zuge der Finanzkrise 2008/2009 haben sich viele Banken inzwischen wieder auf diesen alten Grundsatz besonnen. Aber noch immer haben Europas Banken Schwierigkeiten, sich an die neuen Strukturen im Einlagengeschäft anzupassen, wie eine Studie von Roland Berger zeigt.



Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Bedeutung der privaten Geldanlage. Die europäischen Privathaushalte verfügen über stolze 8,5 Billionen Euro an Einlagen und stellen somit einen Grundpfeiler des europäischen Wirtschaftssystems dar. Sie repräsentieren damit ein Drittel der gesamten Finanzanlagen. Doch anstatt das Geld in lukrative Anlageformen wie etwa Aktien zu stecken, hält die Flucht der Bankkunden in Einlagenprodukte mit niedrigem Risiko wie Staatsanleihen, Anleihenfonds oder sogar Schiffsfonds an. Ganz nach dem Motto „es lebe das Sparbuch“.

Einlagengeschäft: Erfahrung zählt

Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass Erfolge im Einlagengeschäft einen Spagat zwischen Einlagenstabilität, Profitabilität der Bank und Kundenbindung halten müssen. In der Regel verfügen Banken über hochentwickelte ökonometrische Verfahren, um ihre Bilanz optimal zu verwalten. Doch um die Passivseite ihrer Bilanz – allen voran ihr Einlagengeschäft – zu managen, fehlen etlichen Kreditinstituten solche Instrumente.

Die Roland Berger-Studie bemängelt hier, dass Entscheidungen über Preise und Produkte im Einlagengeschäft oft auf Basis der Einschätzungen von Produktmanagern oder auch ad hoc, wenn Liquiditätsdruck herrscht, getroffen werden - anstatt auf solide mathematische Modelle zu vertrauen. Nur wenn das gegeben ist, kann die Stabilität des Bankensektors auch wieder hergestellt werden, so die Studie weiter. Zudem entscheidet eine optimierte Passivseite der Bilanz immer öfter über die Gewinne der Banken.

Einlagengeschäft: Analyse muss sein

In erster Linie sollten Finanzinstitute das Sparverhalten ihrer Kunden genau analysieren, um Potenzial und Gefahren im Einlagengeschäft schnell zu erkennen. Erst anhand der Kundenaktivitäten können Banken verstehen, ob ein Kunde bereit ist, zu einer anderen Bank zu wechseln oder ein Angebot für ein anderes Spar- oder Anlageprodukt anzunehmen, erklärt die Studie. Es gibt also noch viel zu tun, um das Vertrauen in Banken wieder herzustellen. Dass es ganz ohne wilde Zockereien geht, ist ja inzwischen kein Geheimnis mehr. Um auf Nummer sicher zu gehen sollten Sie nur in die langfristig erfolgreichsten Aktien der Welt investieren! Wie das funktioniert, erfahren Sie im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick...