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Finanzkrise JP Morgan

Die große Finanzkrise ist bereits fünf Jahre her, doch noch immer sind die Folgen zu spüren. Eine Bank trifft es nun augenscheinlich besonders: JP Morgan Chase. Aber Banken finden für sich selbst bekanntlich ja immer Lösungen, wenn es um Ermittlungen gegen sie geht. So auch die Banker des US-Instituts. Denn:
 

Um weiteren Ermittlungen zu entgehen, haben sich die Amerikaner auf eine Art Ablasshandel eingelassen. Der Vergleich sieht vor, dass gegen die Zahlung von 13 Mrd. US-Dollar weitere Ermittlungen eingestellt werden.
 

JP Morgan: Die „schmutzigen“ Immobilien-Deals
 

Nach Aussagen des US-Justizministeriums hat JP Morgan anlässlich des Vergleichs demnach „ernsthafte Falschdarstellungen“ über Immobiliendeals zur Zeit der Finanzkrise eingeräumt. Damals hätten Bankangestellte wissentlich Produkte an Investoren verkauft, die von schlechterer Qualität gewesen seien als angegeben. Konkret:
 

Im Regelfall wurde dabei den Kunden verschwiegen, dass die Immobilienkredite, die als Bestandteil der Hypotheken-besicherten Wertpapieren dienten, nicht die entsprechende Güte aufwiesen, wie auf dem Papier stand. Das böse Erwachen kam für die meisten Investoren dann mit der Finanzkrise, als die Immobilienpreise einbrachen und die schlechte Qualität der Hypotheken zutage trat.
 

JP Morgan: Größter Vergleich der US-Geschichte
 

Angesichts des Umfangs der Mauscheleien in der Finanzkrise ist das Ausmaß der Vergleichszahlung von JP Morgan nicht überraschend. Die 13 Mrd. US-Dollar stellen dabei einen neuen Rekord in der US-Wirtschaft dar. Die Summe ist auch deswegen so hoch, weil JP Morgan auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die Sparkasse Washington Mutual sowie die US-Investmentbank Bear Stearns übernommen hatte. Auf diese entfiel ein Teil der Problemgeschäfte. Aber, viel schlimmer:
 

Es wurden Anleger hinters Licht geführt. Und JP Morgan gibt dieses nun öffentlich zu und kann sein Gewissen mit einer Summe von 13 Mrd. Dollar offiziell reinwaschen. Einfach zahlen. Gut ist es. Abgehakt. Als Anleger können wir da nur den Kopf schütteln. Vor allem wenn man sich die Gewinne der Bank anschaut. JP Morgan hat für die Jahre 2008 bis Ende 2012 insgesamt 75 Mrd. Dollar als Nettogewinn ausgewiesen. Da sind diese 13 Mrd. Dollar – im Hinblick auf den verursachten Schaden und die Tatsache, dass JP Morgan aus der Finanzkrise als einer der Branchengewinner hervorging – eine moderate Vergleichszahlung. Zumal:
 

Finanzkrise: Anleger sind die Verlierer
 

Die vereinbarten 13 Mrd. Dollar liegen deutlich unter den Rückstellungen für diesen Fall. JP Morgan hat insgesamt rund 23 Mrd. US-Dollar für ein solches Szenario zurückgestellt, so dass das Polster noch längst nicht aufgebraucht ist, sollten noch weitere Probleme auftauchen (vgl. Artikel: London Whale). Andernfalls tritt bei der Auflösung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten sogar ein Buchgewinn auf! Hinzu kommt:
 

Der Großteil der Vergleichssumme geht an den Staat, die betroffenen Kunden zwar nicht leer aus, aber sind auch keine Gewinner. JP Morgan zahlt 9 Mrd. US-Dollar an diverse US-Behörden und das US-Justizministerium, die betroffenen Kunden erhalten 4 Mrd. Dollar. Allerdings fließt dieses Geld natürlich nicht direkt, sondern beispielsweise in Form von Wertberichtigungen auf die Problemkredite, Stundung der monatlichen Beiträge oder vergünstigte Ausgabe von Neukrediten.
 

JP Morgan: Ein Fazit
 

Es zeigt sich einmal mehr, dass Anleger transparente und überschaubare Investments eingehen, und nicht irgendwelchen Trends und undurchsichtigen „Chancen“ folgen sollten. Vor allem nach der Finanzkrise. Letztlich kommen wir dann immer wieder nur auf eine Assetklasse zurück. Die besten Aktien der Welt als direktes Investment.