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Finanzkrise JP Morgan

Die große Finanzkrise ist bereits neun Jahre her. Eine Bank bekam die Nachwirkungen besonders zu spüren: JP Morgan Chase. Aber Banken finden für sich selbst bekanntlich ja immer Lösungen, wenn es um Ermittlungen gegen sie geht. So auch die Banker des US-Instituts. Denn:
 

Um weiteren Ermittlungen zu entgehen, hatten sich die Amerikaner auf eine Art Ablasshandel eingelassen. Der Vergleich sah vor, dass gegen die Zahlung von 13 Mrd. US-Dollar weitere Ermittlungen eingestellt wurden.
 

JP Morgan: Die „schmutzigen“ Immobilien-Deals
 

Nach Aussagen des US-Justizministeriums hatte JP Morgan anlässlich des Vergleichs demnach „ernsthafte Falschdarstellungen“ über Immobiliendeals zur Zeit der Finanzkrise eingeräumt. Damals hätten Bankangestellte wissentlich Produkte an Investoren verkauft, die von schlechterer Qualität gewesen seien als angegeben. Konkret:
 

Im Regelfall wurde dabei den Kunden verschwiegen, dass die Immobilienkredite, die als Bestandteil der Hypotheken-besicherten Wertpapieren dienten, nicht die entsprechende Güte aufwiesen, wie auf dem Papier stand. Das böse Erwachen kam für die meisten Investoren dann mit der Finanzkrise, als die Immobilienpreise einbrachen und die schlechte Qualität der Hypotheken zutage trat.
 

JP Morgan: Größter Vergleich der US-Geschichte
 

Angesichts des Umfangs der Mauscheleien in der Finanzkrise war das Ausmaß der Vergleichszahlung von JP Morgan nicht überraschend. Die 13 Mrd. US-Dollar stellten dabei einen neuen Rekord in der US-Wirtschaft dar. Die Summe war auch deswegen so hoch, weil JP Morgan auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die Sparkasse Washington Mutual sowie die US-Investmentbank Bear Stearns übernommen hatte. Auf diese entfiel ein Teil der Problemgeschäfte. Aber, viel schlimmer:
 

Es wurden Anleger hinters Licht geführt. Und JP Morgan gab dieses  öffentlich zu und konnte sein Gewissen mit einer Summe von 13 Mrd. Dollar offiziell reinwaschen. Einfach zahlen. Gut war es. Abgehakt. Als Anleger können wir da nur den Kopf schütteln. Vor allem wenn man sich die Gewinne der Bank anschaut. JP Morgan hat für die Jahre 2008 bis Ende 2012 insgesamt 75 Mrd. Dollar als Nettogewinn ausgewiesen. Da sind diese 13 Mrd. Dollar – im Hinblick auf den verursachten Schaden und die Tatsache, dass JP Morgan aus der Finanzkrise als einer der Branchengewinner hervorging – eine moderate Vergleichszahlung. Zumal:
 

Finanzkrise: Anleger sind die Verlierer
 

Die vereinbarten 13 Mrd. Dollar lagen deutlich unter den Rückstellungen für diesen Fall. JP Morgan hatte insgesamt rund 23 Mrd. US-Dollar für ein solches Szenario zurückgestellt, so dass das Polster noch längst nicht aufgebraucht ist, sollten noch weitere Probleme auftauchen (vgl. Artikel: London Whale). Andernfalls tritt bei der Auflösung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten sogar ein Buchgewinn auf! Hinzu kommt:
 

Der Großteil der Vergleichssumme ging an den Staat, die betroffenen Kunden zwar nicht leer aus, aber waren auch keine Gewinner. JP Morgan zahlte 9 Mrd. US-Dollar an diverse US-Behörden und das US-Justizministerium, die betroffenen Kunden erhielten 4 Mrd. Dollar. Allerdings floß dieses Geld natürlich nicht direkt, sondern beispielsweise in Form von Wertberichtigungen auf die Problemkredite, Stundung der monatlichen Beiträge oder vergünstigte Ausgabe von Neukrediten.
 

JP Morgan: Ein Fazit
 

Es zeigte sich einmal mehr, dass Anleger transparente und überschaubare Investments eingehen, und nicht irgendwelchen Trends und undurchsichtigen „Chancen“ folgen sollten. Vor allem nach der Finanzkrise. Letztlich kommen wir dann immer wieder nur auf eine Assetklasse zurück. Aktien als direktes Investment.

 

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