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Jens Weidmann

Jede Notenbank lebt von ihrer Glaubwürdigkeit. Egal ob Federal Reserve, Europäische Zentralbank oder Bank of Japan: Die handelnden Personen müssen stets so vertrauenswürdig sein, dass die Zukunft der jeweiligen Währung nicht in Gefahr gerät. Ein guter Indikator hierfür sind abweichende Meinungen innerhalb der Gremien der jeweiligen Notenbank. In Europa machte sich hierbei der deutsche Vertreter und Chef der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, einen Namen.
 

Jens Weidmann - Widerstand gegen Euro-Geldpolitik
 

Jens Weidmann wurde im Mai 2011 zum bis dahin jüngsten Präsidenten der Deutschen Bundesbank ernannt. Der damals 43-jährige Ökonom war aber bereits eng mit den politischen Entscheidungen rund um den Euro und die Finanzpolitik vertraut, so dass seine Berufung nur kurz für Irritationen sorgte. Außerdem bewies Jens Weidmann schnell, dass er trotz seines Alters durchaus in der Lage ist, seine Meinung zu vertreten. Alleine aufgrund des Alters sollte er keineswegs unterschätzt werden.
 

Jens Weidmann äußerte sich seit seiner Berufung immer wieder kritisch über die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Vor allem der im Herbst 2012 diskutierte Ankauf von Staatsanleihen stieß auf seinen Widerstand. Als Einziger im Rat der Europäischen Zentralbank votierte er damals gegen den Beschluss, unter bestimmten Bedingungen unbegrenzt Staatsanleihen der Mitgliedsländer kaufen zu wollen. Aus seiner Sicht entspreche dies fast einer Staatsfinanzierung durch die Notenbank und sei daher falsch.
 

Jens Weidmann – eine Karriere aus dem Bilderbuch
 

Der 1968 in Solingen geborene Jens Weidmann wuchs im schwäbischen Backnang auf und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Volkswirtschaftslehre. Dazu ging er 1987 zunächst ins französische Aix-en-Provence, um später in Paris und Bonn das Studium zu beenden. Sechs Jahre nach Beginn des Studiums begann er in Mannheim eine Promotion, die er jedoch erst 1997 in Bonn beendete. Dort begegnete er auch seinem späteren Amtsvorgänger, Axel Weber, der Zweitkorrektor seiner Dissertation war.
 

Frisch promoviert nahm Jens Weidmann zunächst eine Stelle beim Internationalen Währungsfonds an. Anschließend wechselte er zum Sachverständigenrat, wo er 2004 von Axel Weber abgeworben wurde. Dar damalige Bundesbankpräsident, machte ihn zum Abteilungsleiter für Geldpolitik. Seine dortige Arbeit wurde auch in Berlin wahrgenommen, weshalb er 2006 als Abteilungsleiter für Wirtschafts- und Finanzpolitik ins Bundeskanzleramt wechselte. Von 2009 an war Jens Weidmann in dieser Rolle zudem deutscher Chefunterhändler für die G8-Runde. Durch den Rückzug von Axel Weber wurde Jens Weidmann dann 2011 zum obersten deutschen Währungshüter. Profitieren Sie bereits vom kostenlosen boerse.de-AKTIENDAILY? Klicken Sie hier...