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London Whale

Die US-Traditionsbank JP Morgan galt neben Goldman Sachs als der Gewinner der Finanzkrise. Doch spätestens mit dem unter dem Namen „Wal von London“ (London Whale) bekannt gewordenen Derivate-Skandal hat die Bank ihren mühsam gepflegten Ruf wieder verspielt.

London Whale: Jede Menge Ermittlungen

Acht US-Behörden sind mit der Aufklärung verschiedener Fälle rund um die Bank befasst. Börsenaufsicht und zahlreiche Justizbehörden ermitteln wegen Betrugs, Bilanzfälschung und Wettbewerbsverzerrung.

Größter Brocken ist dabei der im Frühjahr 2012 aufgekommene Skandal um den "London Whale". Dabei gelang es einem Londoner Händler der Bank mit riskanten Derivate-Geschäften Milliardenverluste anzuhäufen. Bruno Iksil, der seither den Spitznamen "London Whale" trägt, konnte bis zu seiner Entdeckung 6,2 Mrd. Dollar verzocken. Doch viel mehr als die Tatsache an sich, belastete der Umgang der Bank damit das Image. Denn:

London Whale: Der gute Banker…

Im Zuge der großen Krise 2008 konnte sich mit JP-Morgan-Chef Jamie Dimon einer der vielgescholtenen Banker als Saubermann präsentieren. Aufgrund des familiären Hintergrunds und seines lockeren Auftretens in der Öffentlichkeit und im TV wirkte er für viele sehr bodenständig. Besonders die Forderung, nach einer Bestrafung der Verantwortlichen der Finanzkrise nach alttestamentarischen Gesetzen sorgte für Furore.

…wird zum bösen Banker

Doch mit dem Wal von London kippte die Stimmung. Dimon verharmloste den Skandal und nannte ihn zunächst einen  „Sturm im Wasserglas“. Dabei wäre Hurrikan der obersten Kategorie der passendere Vergleich gewesen. Während die anderen Skandale wie das Schneeballsystem von Bernie Madoff oder die Vorwürfe wegen Preistreiberei und Manipulationen des kalifornischen Energiemarktes noch handhabbar erscheinen, dürfte der "London Whale" noch weiter für Schlagzeilen sorgen:

Bruno Iksil hat sich mit der Staatsanwaltschaft in New York geeinigt und im Gegenzug für eine Klageverschonung mit einer umfangreichen Aussage revanchiert. Für Dimon und seine Bank dürfte der Einblick in das Innenleben der Bank wenig erfreulich sein. Zumal die US-Börsenaufsicht SEC schon einmal angekündigt hat, an JP Morgan und dem London Whale ein Exempel statuieren zu wollen.

London Whale: Die Klagewelle rollt an

Einen Vorgeschmack auf das was noch kommt, erlebten zwei ehemalige Mitarbeiter der Bank. Sie müssen sich wegen Fälschung von Dokumenten und Betrug von Aktionären verantworten, nachdem sie offenbar Milliardenverluste im Zusammenhang mit dem "London Whale" verschleiert haben.

Auch dieser London-Whale-Skandal zeigt: Unrecht wird entdeckt und bestraft. Als Aktionär von JP Morgan kann man sich sowieso nicht aufregen, denn die Scharte in Form einer Kursdelle nach Bekanntwerden des Skandals ist längst mehr als ausgewetzt. Dennoch: Gehen Sie so wenig Risiken wie möglich bei Ihren Investments ein und kaufen Sie nur die sichersten Aktien der Welt!