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Namensaktie

Normalerweise verbrieft eine Aktie einfach die darauf gedruckten Eigentumsrechte. Das Unternehmen weiß nie, wem es im Einzelnen gehört, es sei denn gewisse Größenordnungen des Aktienbesitzes sind überschritten. Um jedoch stets zu wissen, wer gerade Aktionär eines Unternehmens ist, gibt es die Namensaktie. Diese erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit.
 

Namensaktie: Langjähriges Schattendasein
 

Viele Jahre war die klassische Inhaberaktie die führende Aktienart im Dax. Das heißt, wer auch immer die Aktie gerade besitzt, ist auch Aktionär mit allen Rechten und Pflichten. Da jedoch viele Aktiengesellschaften die Kommunikation mit ihren Eigentümern zu intensivieren versuchten, stießen viele Anleger auf das Instrument der Namensaktie.
 

Ursprünglich war die Namensaktie so ausgestaltet, dass die Eigentümer in einem Aktienbuch aufgeführt wurden und ein Verkauf nur aufwendig durchgeführt werden konnte. Im Zeitalter der Direktbanken galt dies vielen Unternehmen als altertümlich. Doch die Segnungen des Internets und die elektronischen Helferlein machten es möglich, das Aktienbuch nunmehr elektronisch zu führen. Namensaktien wurden so wieder en Vogue. Im Dax ist das Bild inzwischen klar zugunsten der Namensaktie gedreht. Konkret:
 

Dax besteht hälftig aus Namensaktien
 

Waren früher vor allem Versicherer wie die Münchener Rück mit der Aktienart Namensaktie ausgestattet, sind es inzwischen 15 der 30 Dax-Werte. Die Beliebtheit ist dabei von keiner Branche abhängig:
 

Der Chemiewert BASF ist genauso an seinen Anlegern interessiert wie der Autobauer Daimler oder die Deutsche Telekom. In diesen neuartigen Aktienregistern werden nunmehr nicht nur die Namen, Geburtsdatum, Anschrift, Zahl der Aktien der Anleger vermerkt, sondern neuerdings auch häufiger die E-Mail-Adresse. Eine Besonderheit ist die sogenannte vinkulierte Namensaktie:
 

Will ein Aktionär seine Aktien verkaufen, so ist hierfür die Zustimmung der ausgebenden Aktiengesellschaft notwendig. Im Dax betrifft dies die Versicherer Allianz, Münchener Rück sowie die Lufthansa. Alle drei Unternehmen wollen auf diese Art verhindern, heimlich von einem Unbekannten übernommen zu werden.
 

Im Fall eines Falles erfährt das Unternehmen dies rechtzeitig und kann entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Im Fall der Lufthansa ist dies umso wichtiger, da viele Landerechte in Deutschland an den Status als deutsches Unternehmen gebunden sind.

 

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