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Pleiten bei Mittelstandsanleihen

Wer das Wort Mittelstandsanleihen hört, denkt an die erfolgreichen Unternehmen, die von ihren Inhabern geführt, still und leise zu Weltmarktführern wurden. Doch tatsächlich verheißt der Name nur bedingt das, was er verspricht. Statt schwäbischem Tüftler oder bayerischem Nischenplayer trifft man unter dem Stichwort Mittelstandsanleihen meist eher auf schwierige Geschäftsmodelle, denn auf Weltmarktführer.

Mittelstandsanleihen: Insolvenzen sind keine Seltenheit

Das Anleihesegment Mittelstandsanleihen sorgte in den vergangenen Jahren regelmäßig für Schlagzeilen. Eine Studie förderte zu Tage, dass von zwischenzeitlich 119 eingeführten Mittelstandsanleihen sage und schreibe 17 an der Zahl notleidend wurden. Das liegt daran, dass die Anleihen nicht so konservativ waren, wie ihr Name verheißt, sondern eher dem spekulativen Bereich zuzuordnen waren. Aber das Volumen von Mittelstandsanleihen war in den vorangegangenen Jahren stetig gewachsen, so dass viele Anleger diese Asset-Klasse als seriös und sicher angesehen haben. Das Thema „Risiko“ hatten viele ausgeblendet.


Doch selbst bei den Mittelstandsanleihen, die keine Probleme haben, wirkt sich das aktuelle negative Umfeld belastend aus. Zwar bieten die hohen Zinscoupons der Anleihen in der Regel einen gewissen Puffer gegen Kursverluste der Papiere. Doch nachdem sich die Insolvenzen häuften, gerieten auch die ansonsten solventen Mittelstandsanleihen unter Druck. Damit ist die Gesamtrendite deutlich unter den Bereich gefallen, der mit klassischen Unternehmensanleihen verdient werden kann.

Mittelstandsanleihen: Eine Frage der Ratings

Für Anleger stellt sich angesichts dieses Umfelds die Frage, wie die guten Mittelstandsanleihen von den schlechten unterschieden werden können. Das ist so ganz ohne Einblick in das Unternehmen jedoch kaum möglich. Zudem gibt es nur für wenige Papiere entsprechende Ratings, die objektive Aussagen über die Solvenz der Unternehmen treffen.
 
Und dort wo es Ratings gab, konnten wirtschaftliche Probleme auch nur selten vorhergesagt werden. Am Ende müssen sich die Anleger also auf das Glück verlassen, wenn sie nicht mit Mittelstandsanleihen Baden gehen wollen. Im Vergleich vom Risiko bei Aktien also deutlich zu hoch. Mit der Anlageklasse Aktien passieren solche Fehlanlagen dagegen selten. Wer sich als Anleger auf solide Aktientitel mit einer ordentlichen Historie verlässt, braucht sich langfristig um eine solide Rendite und einen erfolgreichen Vermögensaufbau keine Gedanken zu machen.

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