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Prokon Insolvenz

Für viele Anleger klang es so verlockend. 6 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr und das mit einem total grünen Gewissen. Doch Genussrechts-Anleger des Windanlagenbetreibers Prokon stehen vor dem Scherbenhaufen ihrer grünen Geldanlage.
 

Die Prokon-Insolvenz hat viele Anleger erstmalig mit den Tücken des grauen Kapitalmarkts in Berührung gebracht. Von der Gründung im Jahr 1995 an, konnte der Prokon-Chef Carsten Rodbertus immer mehr Investoren von seinem alternativen Geschäftsmodell überzeugen. Angepriesen als Geldanlage abseits der Banken und mit ökologischem Hintergrund wuchs die Anhängerschaft zuletzt immer rasanter.
 

Grüne Investments fürs Gewissen
 

Wer sich jemals mit unerfahrenen Anlegern unterhalten hat, wird feststellen, dass Risiko für sie nur ein abstrakter Begriff ist. Argumente wie „Nachhaltiges Investment“ und „Geldanlegen mit Gewissen“ spielen dagegen bei der Geldanlage eine gewichtige Rolle. Das zeigt sich angesichts des Falls Prokon einmal mehr als Fehler. Die Prokon-Insolvenz ist allerdings nur die Spitze eines Eisbergs von zahlreichen schiefgegangenen Investments in Erneuerbare Energien. Konkret:
 

Diese fanden vor allem im grauen Kapitalmarkt statt, weshalb hier nun neue Verbraucherschutzmaßnahmen durch die Politik angekündigt wurden. Sie reichen von der Schließung von Regelungslücken und Umgehungsmöglichkeiten über die Erhöhung der Transparenz von Finanzprodukten bis zur Verschärfung der produkt- und vertriebsbezogenen Vorgaben. So hilfreich die neuen Maßnahmen auch sind, für Prokon-Anleger kommen sie zu spät.
 

Prokon-Insolvenz und die lange Kritik
 

Dabei hätten Anleger es durchaus wissen können (die Experten im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick hatten im übrigen mehrfach auf eine mögliche Prokon-Insolvenz hingewiesen), denn die Geschäfte des Unternehmens riefen bei Anlegerschützern und in der Fachpresse bereits seit vielen Jahren immer wieder kritische Stimmen hervor. Doch offenbar ließen sich die Anleger vor allem von den Renditeversprechen mit grünem Gewissen leiten. So kam mehr als eine Milliarde Euro zusammen.
 

Am Ende waren die Geschäfte mit Windenergie und anderen Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien keineswegs so ertragreich wie gehofft. Die Konzernzwischenbilanz zum 31.10.2013 wies einen Verlust in Höhe von 209,9 Mio. Euro aus. Diese Zahl gab offenbar für viele noch zögernde Anleger den Anstoß ihre Genussrechte zu kündigen. Es waren offenbar zu viele. Am Ende des Prozesses stand im Frühjahr 2014 die Prokon-Insolvenz wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit fest. Dem Management war es nicht gelungen in letzte Minute das Ruder herumzureißen.
 

Letztlich haben hoffentlich nun viele Privatanleger erkannt, dass der persönliche Vermögensaufbau wichtig ist, dieser aber mit soliden und transparenten Sachwerte-Investments wie Aktien erfolgen sollte. Den grauen Kapitalmarkt sollte man daher als unerfahrener Börsianer meiden. Im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick erfahren Sie im übrigen alles Wichtige zu den 100 sichersten und besten Aktien der Welt! Klicken Sie hier...