Dax 10460.0 0.63%
MDax 21430.0 0.53%
TecDax 1793.5 0.76%
BCDI 138.48 0.00%
Dow Jones 18094.83 -0.91%
Nasdaq 4847.9 0.59%
EuroStoxx 2999.5 0.71%
Bund-Future 165.51 -0.11%

Russland-Pleite

Durch die Euro-Krise 2010/11 und die neuerliche Staatspleite Argentiniens 2014 kehrte das Thema Staatsbankrott wieder zurück ins Blickfeld vieler Anleger. Angesichts der Folgen der Ukraine-Krise dient nun vor allem eine Russland-Pleite vielfach als Horrorszenario.
 

Russland-Pleite: Ukraine-Krise belastet Verhältnis mit Europa
 

Durch die Demokratiebewegung in der Ukraine und die daraus resultierenden Massenproteste kam es im Frühjahr 2014 zu einem gewalttätigen Umsturz in dem osteuropäischen Land. Da die unterschiedlichen Landesteile jedoch mit ganz anderen Bevölkerungsgruppen besiedelt sind, waren keineswegs alle Teile der Ukraine mit der Hinwendung zum Westen einverstanden. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände endeten schließlich in einer Annexion der bis dahin ukrainischen Halbinsel Krim durch den russischen Nachbarn.
 

Eine nachfolgende Volksabstimmung sollte diesen Schritt demokratisch legitimieren, wurde jedoch von der Europäischen Union und den USA nicht anerkannt. In der Folge wurden harte Sanktionen gegen Russland beschlossen. Deren Auswirkungen können je nach Dauer der Sanktionen bis zu einer Russland-Pleite führen.
 

Russland-Pleite und die Folgen einer Sanktionspolitik
 

Die von der Europäischen Union und den USA beschlossenen Sanktionen betreffen vor allem den Export von westlichen Waren nach Russland.

Neben klassischen Exportgütern aus dem Bereich Automobil ist beispielsweise der Maschinen- und Anlagenbau von der Handelssperre betroffen. Im Gegenzug wurde auch die Einfuhr russischer Waren gedrosselt. Hauptausnahme ist dabei das russische Gas.
 

Da Russland einer der Hauptlieferanten für Erdgas in vielen europäischen Ländern ist, käme ein Importverbot für russisches Gas einem wirtschaftlichen Selbstmord gleich. Um die Versorgungssicherheit mit Gas nicht zu gefährden wird daher die Sanktionspolitik nur bedingt mit ganzer Kraft gefahren. Die ansonsten drohende Russland-Pleite würde vor allem die mitteleuropäischen Staaten besonders hart treffen.
 

Die Furcht vor einer Russland-Pleite wird im Jahr 2014 durch den rapide gesunkenen Ölpreis genährt. Aufgrund des hohen Öl- und Gasförderaufkommens in den USA mithilfe der Frackingtechnik sank der Preis für das schwarze Gold auf ungeahnte Tiefen. Da Gas- und Ölpreis unmittelbar zusammenhängen, geriet auch der Gaspreis unter Druck. In Verbindung mit den Folgen der westlichen Sanktionen könnte diese Entwicklung das Potenzial haben, innerhalb von zwei Jahren zu einer Russland-Pleite zu führen.

Zu diesem Ergebnis kamen jedenfalls die Experten des „Economist“ im Dezember 2014. Die geringeren Einnahmen aus dem Gasverkauf in Verbindung mit den fehlenden Waren aus dem Westen belasten die Wirtschaft Russlands erheblich. Den langfristig sichersten und erfolgreichsten Aktien der Welt kann eine mögliche Russland-Pleite nur wenig anhaben. Um welche es sich dabei handelt, erfahren Sie hier...