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Schwarzer Freitag

Es gibt an der Börse nur wenige Schreckgespenster wie dieses: Der Schwarze Freitag. Wenn davon die Rede ist, sind meist zwei Tage im Oktober 1929 gemeint. Diese markieren den Beginn der Großen Depression in den USA und der Weltwirtschaftskrise. Während die Kurse an der Wall Street am 24. Oktober, einem Donnerstag, einbrachen, folgte der Börsencrash in Europa erst einen Tag später. Daher wurde dieser Tag wenig später als „Schwarzer Freitag“ legendär und gefürchtet.
 

Kurseinbrüche kommen immer wieder vor
 

Blickt man in die Börsengeschichte zurück, fallen einem immer wieder extreme Kurseinbrüche auf. Allerdings gilt in der modernen Finanzgeschichte der Beginn der Weltwirtschaftskrise als einschneidendes Ereignis, weshalb dieser mit dem Schlagwort „Schwarzer Freitag“ quasi als die Mutter aller Kursstürze gilt. Kein Wunder, brachen die Kurse doch an einem Handelstag zeitweise um ein Drittel ein.
 

Schwarzer Freitag - schleichende Entwicklung
 

Vergleichbar mit späteren Blasen war auch in den 1920er-Jahren die Börse durch kreditfinanzierte Spekulation und zu viel Geld im Markt deutlich angestiegen. Hatte der amerikanische Leitindex Dow Jones 1923 noch bei lediglich 100 Punkten notiert, schoss er bis zum Höhepunkte der Blase auf 381 Zähler in die Höhe. Mitte Oktober 1929 traten jedoch die ersten Skeptiker auf den Plan, allen voran der Ökonomieprofessor Irving Fisher. Infolge eines kritischen Kommentars zur Lage am Aktienmarkt brachen die Kurse bereits vor dem berüchtigten Datum, der als Schwarzer Freitag gilt, um 15 Prozent ein.
 

Schwarzer Freitag war nicht ganz so schwarz
 

Entgegen der allgemeinen Vermutung war der eigentliche Handelstag, der 24. Oktober, längst nicht so dramatisch, wie es sich anhört. Nachdem der Dow Jones bei knapp über 300 Punkten gestartet war, schloss er an diesem Tag nur mit leichten Abschlägen. Dennoch waren an diesem Tag, ohne einen merklichen Auslöser, viermal so viele Aktien umgesetzt worden wie normal. Und die Verunsicherung bei vielen Anlegern konnte nur durch viel Geschick der großen Marktteilnehmer, allen voran den Banken, im Zaum gehalten werden.
 

Schwarzer Freitag: Der Beginn einer langen Baisse
 

In Reaktion auf die Handelsentwicklung in den USA brachen jedoch am Freitag dann die europäischen Börsen ein, was wiederum einen verzögerten Effekt an der Wall Street nach sich zog. Am selben Tag stürzten auch die New Yorker Börsen dramatisch ab. In der Woche darauf folgte ein wahrer Sell-off, als am Dienstag das Handelsvolumen neue Höchststände erreichte und erste Aktien fast vollständig an Wert verloren hatten. Panikverkäufe an diesem Tag gaben dem Markt den Rest, so dass die Aktienkurse noch weitere drei Wochen fielen. Am Ende stand der Dow Jones unter 200 Punkten.
 

Damit war die Talsohle aber keineswegs erreicht. Durch die Weltwirtschaftskrise verlor der Index weiter und erreichte 1932 bei 41 Punkten seinen Tiefstand. Als Schwarzer Freitag ist das Datum jenes Donnerstag dennoch bis heute im kollektiven Gedächtnis - auch wenn die Tage drumherum nicht weniger dramatisch waren. Dennoch führt an der Direktanlage in Aktien kein Weg vorbei - vor allem wenn die langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt gekauft werden!