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Schwellenländer-Aktien

Die Schwellenländer sind seit vielen Jahren die Heimat von attraktiven und renditestarken Aktien-Investitionen. Doch jeder weiß:

Hohe Rendite heißt auch vergleichbares hohes Risiko und damit keine sichere Geldanlage. In manchen Schwellenländer-Regionen scheint nun besagtes Risiko zu greifen. Schaut man sich die Währungsentwicklungen von indischer Rupie, brasilianischem Real oder türkischem Dinar an, wird klar, was gemeint ist.

Schwellenländer: Indien kommt nicht voran

Größtes Problemland ist zugleich einer der vielgelobten BRIC-Staaten. Es handelt sich um Indien und damit die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens. Seit Jahren versucht der Subkontinent seinem Status als demokratische Alternative zum China-Boom gerecht zu werden.

Doch Indien scheitert immer wieder an sich selbst. Milliardenschwere Auslandsinvestitionen konnten dem Land nicht auf die Sprünge helfen. Korruption und Misstrauen gegenüber der Politik verhindern eine weitere Prosperität der indischen Wirtschaft. Statt Geld in Straßen, Schienen oder Industrieparks zu investieren, fliest Geld in dunkle Kanäle.

Ohne Infrastruktur bleiben auch die hartgesottensten Auslandsinvestoren in Schwellenländer-Aktien nicht lange. Die Folgen sind derzeit am Anleihenmarkt und im Devisenhandel zu sehen. Sinkende Rupien-Kurse und steigende Renditen für indische Staatsanleihen sind ein Warnsignal. Die Regierung will hier war mittels Kapitalverkehrskontrollen und Einfuhrbeschränkungen eingreifen. Der Erfolg erscheint unsicher, denn die indische Wirtschaft weist ein großes Leistungsbilanzdefizit aus. Zudem braucht Indien dringend Devisen. Alles in allem ist Indien damit nur bedingt ein guter Ort für Aktien-Anlagen.

Schwellenländer: Brasilien kämpft um seinen Ruf

In Brasilien ist die Lage zwar deutlich besser, als in Indien. Dennoch steht auch das zweite BRIC-Land seit einiger Zeit unter besonderer Beobachtung der Investoren. Nach den Massenprotesten im Zusammenhang mit den milliardenschweren Investitionen für die Fußball-WM zeichnet sich ab, dass Brasilien zwar ökonomisch gut dasteht, aber innerhalb des Landes weitaus weniger stabil ist, als bislang gedacht.

Der brasilianische Real sank dabei auf den tiefsten Stand seit 2009. Das stärkt kurzfristig zwar die Exportwirtschaft, lastet aber auf der seit Jahren immer wichtiger werdenden Mittelschicht.

Schwellenländer-Aktien: Ohne Moos nix los

Der Satz „Ohne Moos nix los“ bringt es auf den Punkt. Wenn nun wie angekündigt die USA ihre Geldschwemme Stück für Stück reduzieren, hat dies auch Auswirkungen auf die Schwellenländer-Aktien.

Vor allem die Staaten, die hohe Leistungsbilanzdefizite aufweisen, dürften rasch Probleme bekommen, wenn aus dem Dollar-Raum die Gelder nachlassen. Das Problem ist derzeit zwar noch nicht kritisch, aber als Schwellenländer-Anleger sollte man darauf gefasst sein, dass sowohl in den BRIC-Staaten, als auch in anderen Schwellenländern wie der Türkei oder Indonesien, das Wachstum nachlassen wird. In der Folge dürften auch die Aktien-Kurse an den Börsen nachgeben.

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