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Staatsfonds Norwegen

Es war mal wieder eine Schlagzeile nach Maß: „Jeder Norweger ist rein rechnerisch Millionär“. Doch die Wahrheit dahinter sieht weniger glamourös aus, als die Überschrift glauben machen will. Im Detail:
 

Der norwegische Staatsfonds, in den die Einnahmen aus der Ölförderung fließen, hat ein Volumen von 5,11 Billionen Norwegischen Kronen (NOK) erreicht. Somit verfügt jeder der 5,1 Millionen Norweger theoretisch über eine Million NOK. Doch das entspricht umgerechnet rund 119.000 Euro.
 

Staatsfonds Norwegen: Die Ölmilliarden
 

Generell muss man den Hut vor den Norwegern ziehen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen rohstoffarmen Länder fließen die Gewinne aus der Ausbeutung der Natur in einen Staatsfonds. Der 1990 gegründete Government Pension Fund Global besitzt inzwischen etwa ein Prozent aller weltweit im Umlauf befindlichen Aktien, aber auch jede Menge Staatsanleihen und Immobilien. Eigentlich ist das Fondsvermögen für die Zeit nach dem Ende des Ölbooms gedacht. Doch bereits heute darf die Regierung in Oslo vier Prozent pro Jahr ausgeben. Etwas mehr als die Rendite des Fonds beträgt. An dieser Stelle sollte man einmal die Frage des Reichtums klären. Denn:
 

Staatsfonds Norwegen: Reich ist nicht gleich reich
 

Auch wenn 119.000 Euro auf den ersten Blick als viel Geld erscheint. Wirklich reich sind die Norweger durch die Staatsfonds nicht, denn das Geld reicht wohl kaum ewig. Angenommen jeder einzelne erzielt mit seinem Anteil rund 5 Prozent Rendite pro Jahr und entnimmt parallel 12.000 Euro p.a., reicht das Geld keine 15 Jahre! Die durchschnittliche Rentenzeit liegt aber bereits deutlich darüber. Von daher hätten die Norweger also nur wenig davon. Besser sind da Investitionen in die Zukunft des Landes, damit auch nach dem Ende des Ölbooms noch eine Wirtschaft vorhanden ist, die den Norwegern Monat für Monat Lohn und private Altersvorsorge bezahlt.
 

In Deutschland wäre ein solcher Staatsfonds sicher auch reizvoll. Doch wir haben schlicht zu wenige Rohstoffe. Und die großen Vorräte an Steinkohle mussten wir lange mit dem Kohlepfennig bezahlen, statt etwas dafür zu bekommen. Dennoch:
 

Norwegen: Staatsfonds als persönliches Anlagevorbild
 

Die Anlagepolitik des Staatsfonds kann sich durchaus sehen lassen. Ein Fonds dieser Größenordnung erzielt mit seiner überdurchschnittlich hohen Aktienquote sehr ordentliche Renditen. Man könnte daraus eines lernen:
 

Machen wir doch als Anleger unseren eigenen kleinen „Staatsfonds“ auf und investieren das Geld in (die besten und sichersten) Aktien. Am Ende würde es mit der richtigen Aktienauswahl bei gleicher Investitionssumme auch für mehr als die oben erwähnten 12.000 Euro im Jahr reichen.