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Strafzinsen

Der 5. Juli 2014 dürfte bei europäischen Ökonomen in die Geschichtsbücher eingehen. Denn die Europäische Zentralbank hat erstmals ihre Zinsen unter Null gesenkt. Während die klassischen Leitzinsen auf nun noch 0,15 Prozent gesenkt wurde, entschlossen sich die Notenbanker bei der Einlagefazilität zu einem drastischen Schritt: Strafzinsen. Konkret:
 

Strafzinsen - Banken müssen zahlen
 

Im Rahmen der Einlagefazilität haben Banken die Möglichkeit nicht benötigtes Geld bei der Europäischen Zentralbank zu parken. Dafür erhalten die Banken normalerweise Zinsen. Im Zuge der Niedrigzinspolitik der vergangenen Jahre, war dieser Zinssatz bereits auf Null gesenkt worden. Doch in der letzten Zentralbanksitzung wurden nun Negativzinsen von -0,10 Prozent beschlossen.
 

Durch diese Strafzinsen muss eine Bank für eine Einlage bei der Europäischen Zentralbank als Geld bezahlen. Als unbedarfter Beobachter könnte man nun sagen: Wenn ich meine sieben Sachen, die ich keineswegs benötige irgendwo einlagere, muss ich auch etwas bezahlen. Doch der Vergleich mit realen Gütern hinkt. Denn:
 

Strafzinsen: Die Kunden zahlen die Zeche
 

Bislang konnten Banken ihre überschüssige Liquidität bei der Europäischen Zentralbank zumindest ergebnisneutral zwischenparken. Nun werden Strafzinsen fällig. Banken werden also künftig deutlich weniger Liquidität vorhalten und bei der Europäischen Zentralbank zwischenparken.
 

Für Bankkunden könnten diese Strafzinsen höhere Kontogebühren zur Folge haben. Zumindest lassen entsprechende Erfahrungswerte aus anderen Ländern dies vermuten. Vor allem in Deutschland kommt Einführung von Strafzinsen einer Revolution gleich:
 

Zwar muss kein Bankkunde befürchten für sein Guthaben auf dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto künftig Geld bezahlen zu müssen, aber die Banken werden entsprechende Kosten, die durch Strafzinsen entstehen auf die Kunden überwälzen.
 

Ziel der Strafzinsen: Kreditvergabe für Unternehmen
 

Das eigentliche Ziel der Einführung von Strafzinsen, die gesteigerte Vergabe von Krediten an Unternehmen, ist derweil fraglich. Schließlich ist eine Kreditvergabe von so vielen Faktoren abhängig, dass ein Strafzins für liquide Mittel nur eine untergeordnete Rolle spielt. Entscheidender dürften da die Nebeneffekte der neuerlichen Zinssenkung sein:
 

Geldanlagen in Zinspapiere lohnen sich für den Vermögensaufbau noch weniger, weshalb der private Konsum anziehen dürfte. Dies wiederum dürften irgendwann auch die Unternehmen spüren. Doch ob dieser Effekt von geringerem Sparen und höherem Konsum nachhaltig ist, bleibt offen. Ein Profiteur steht auf jedenfalls fest:
 

Aktien. Da die Alternativanlagen systematisch unrentabel gemacht wurden, dürften Sachwerte-Investments in Aktien weiterhin auf einer Erfolgswelle reiten. Welche Aktien dabei die besten Chancen eröffnen, erfahren Sie im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick.