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Verschuldung in Japan

Die wirtschaftliche Lage in Japan geriet in den letzten Jahren zunehmen aus dem Blickfeld der Europäer. Der Fokus vieler Anleger richtete sich auf den China-Boom. Aus Investorensicht verständlich und richtig. Aber:

Generell sollten Anleger auch stets ein Auge auf die Problemfälle bzw. Gefahrenpunkte der Weltwirtschaft haben. Und Japan gehört zweifelsfrei in diese Kategorie, seit der Schuldenberg in immer neue Höhen wächst.

Verschuldung in Japan steigt

Würde man sich die japanische Verschuldung in einem Kurschart anzeigen lassen, würde so mancher von einem Traumchartbild sprechen. Solche schönen Aufwärtstrends gibt es sonst nur bei den besten Aktien der Welt zu sehen!

Doch wie bei Aktien, hat auch bei Staatsschulden jeder Anstieg irgendwann mal ein Ende. Wann das aber kommt, weiß niemand. Japan jedenfalls hat kürzlich einen neuen Rekordschuldenstand von über einer Billiarde Yen gemeldet. Um genau zu sein: 1.008.628.100.000.000 Yen.

In Deutschland kennt man so große Zahlen nur aus den Hyperinflationszeiten der 1920er Jahre. In Euro umgerechnet liegt die Verschuldung in Japan aber immer noch bei etwa 7,8 Billionen Euro.

Verschuldung in Japan auf Rekordniveau

Die absoluten Staatsschulden mögen von der Höhe her schon gigantisch erscheinen. Richtig einschätzen kann man das Ganze aber erst, wenn man die Verschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt Japans setzt. Hier kommt man auf einen Wert von etwa 240 Prozent. Das ist selbst in Zeiten der Griechenland-Krise (vgl.: Schuldenschnitt Griechenland) ein ausnahmslos hoher Wert. Doch der Wert dürfte bis Jahresende sogar noch weiter steigen. In Japan zeichnet sich ein Haushaltsdefizit rund 10 Prozent der Wirtschaftsleistung ab.

Japanische Schuldenkrise

Zu solch einer hohen Verschuldung kommt ein Staat natürlich nicht über Nacht. Seit den 1990er Jahren befindet sich die japanische Wirtschaft in einer Wachstumskrise. Immer neue Konjunkturprogramme konnten nur bedingt helfen, erhöhten aber jedes Jahr den Schuldenberg.

Seit rund einem Jahr versucht die japanische Regierung unter Premierminister Shinzo Abe aus dieser Verschuldung heraus zukommen. Unter dem Sammelbegriff Abenomics summiert die Regierung die unterschiedlichsten Maßnahmen. Neben einem umfangreichen Infrastrukturprogramm sollen durch eine enorme Geldschwemme, Deregulierungsmaßnahmen und Reformen in Japan die Wirtschaft in Schwung gebracht werden.

Die Sorge wächst derweil, dass aus Japan ein zweites Griechenland wird – nur deutlich größer und mit heftigeren Auswirkungen. Als Anleger muss man also weiter mit einem Auge auch auf Japan schielen, selbst wenn die Kursgewinne in anderen Ländern eingefahren werden. In welchen Märkten derzeit die besten Chancen warten, erfahren Sie im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick.