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Wachstumsstaaten

China ist für viele Anleger das Erfolgsmodell unter den asiatischen Wachstumsstaaten. Es bleibt daher eines der fünf bedeutendsten Schwellenländer der Welt, die man gemeinhin unter der Abkürzung BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) zusammenfasst. Nachdem diese lange Zeit nur von Anlegern genutzt wurde, machten sich die Staaten selbst diese Abkürzung auch als Grundlage für eine engere Zusammenarbeit zu nutze. Allzu eng dürfte diese aber auch nicht ausfallen, da alle fünf Staaten aufgrund ihrer Schwellenlandposition miteinander konkurrieren. Doch wo Konkurrenz ist, kann man sich meist auch etwas abschauen! Dies will nun Indien beim Nachbarn China machen:

Wachstumsstaaten: Demokratie

Eines der größten Hindernisse für unbegrenztes Wachstum á la Wachstumsstaaten wie China ist die demokratische Verfasstheit des indischen Staates. Gerade bei den anstehenden Infrastrukturprojekten zeigen sich die Probleme deutlich:

Während in China aufgrund des politischen Systems keine demokratische Mitsprache die Erstellung von Bau- und Industrieprojekten aller Art bremst, ist dies in Indien längst nicht so einfach. Regionalen Widerständen kann (nicht nur) in Wachstumsstaaten manchmal nur sehr zeitraubend begegnet werden. Indiens Zentralbank-Gouverneur Raghuram Rajan bezifferte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Kosten der indischen Demokratie und Bürokratie auf aktuell mehr als 2 Prozentpunkte jährlichen Wachstums. Als Beispiel hob er die Lücke beim Stromangebot von 10 Prozent hervor, die jedoch bald geschlossen sein soll und Rajan zufolge der Wirtschaft einen Schub verleihen dürfte. Ein weiteres großes Problem für Indien ist das hohe Leistungsbilanzdefizit. Das bedeutet:

Wachstumsstaat Indien und das Gold

Die Inder exportieren mehr, als sei einführen. Für ein Schwellenland ist das an sich nichts Besonderes, aber dass ein Großteil des Leistungsbilanzdefizits aus Goldkäufen herrührt ist schon speziell. Die besondere Vorliebe der Inder für das Edelmetall ist bekannt - vor allem wenn es um die jährliche Hochzeitssaison geht, steigt der Goldbedarf Indiens drastisch an. Die indische Regierung hat im vergangen Jahr zwar durch eine Sondersteuer Goldkäufe drastisch verteuert und so das Leistungsbilanzdefizit reduziert, aber langfristig dürfte das den Goldhunger der Inder nur bedingt bremsen. Auf Dauer kann eine ausgeglichene Leistungsbilanz des Wachstumsstaates wohl nur durch höhere Exporte erreicht werden.

Wachstumsstaaten: Dienstleistung vs. Industrie

Abseits der genannten Probleme steht Indien zudem angesichts der Fokussierung auf den Dienstleistungssektor unter Druck. Während der China-Boom als Werkbank der Welt kontinuierlich Produktion an sich zieht, tut sich Indien hier schwerer. Zwar ist die indische Softwarebranche weltweit im Einsatz, doch der produktive Kern ist noch zu klein. Bei Investments in Schwellenländer-Aktien ist deshalb Vorsicht angebracht!

Das überrascht angesichts der vergleichsweise niedrigeren Kosten. Doch auch hier hängt vieles mit den genannten Infrastrukturproblemen zusammen, so dass erst bei einer Lösung dieser auch die Produktion in Indien nennenswert an Fahrt gewinnen kann. Für diese Zeit prognostiziert Zentralbank-Gouverneur Rajan dann auch Wachstumsraten von 8 bis 9 Prozent, womit man China übertrumpfen würde. Der Weg dahin ist zwar schwierig, aber Indien scheint gewillt sein, diesen Weg zu gehen. Indien – ein Wachstumsstaat, ein Subkontinent, der in den kommenden Jahren durchaus wieder im Trend der Anleger sein dürfte. Wenn sich dabei attraktive Anlagechancen ergeben, erfahren Sie es als erstes im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick! Klicken Sie hier...