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Walter Schloss

Der Ende Februar 2012 im Alter von 95 Jahren verstorbene Walter Schloss gehörte zu den eher unbekannten Vertretern des Value-Investings. Das mag daran liegen, dass Schloss stets nach eigener Auskunft lieber „unter dem Radar“ flog. Offensichtlich dabei so tief, dass mich selbst die Nachricht seines Ablebens erst zum jetzigen Zeitpunkt erreichte. Umso spektakulärer ist der Erfolg, den Walter Schloss verzeichnete:
 
Walter Schloss als Investor
 

Vom Gründungsjahr 1955 bis zur Auflösung 2002 betrug die durchschnittliche jährliche Rendite des von Schloss verwalteten Fonds nach Abzug aller Verwaltungsgebühren 16 Prozent. Brutto lag die Wertsteigerung bei 20,9 Prozent, entspricht also in etwa dem Ergebnis seines Freundes Warren Buffett. Es überrascht wenig, dass beide mit Benjamin Graham denselben Lehrmeister und später auch Chef hatten. Im Gegensatz zum „Wunderkind“ Warren Buffett stieg Schloss jedoch nie zum Meisterschüler auf und war lediglich ein einfacher Mitarbeiter innerhalb der Investmentgesellschaft von Graham. Mehr Handwerker denn Genie, setzte sich Walter Schloss mittels folgender Regel dennoch durch: Kaufe billige Aktien mit Substanz und habe Geduld.
 
Walter Schloss privat
 

Sein Sohn Edwin sieht dabei einen engen Zusammenhang zwischen der Anlagemethode und des letztlich erreichten hohen Lebensalters. Im Gegensatz zu heutigen Vermögensverwaltern habe sein Vater auf kurzfristige Unternehmensnachrichten gelassen reagieren können. Die Gewissheit, seine Investments nach rationalen und dauerhaften Prinzipien ausgewählt zu haben, hat Walter Schloss gut schlafen lassen.
 
Value-Urgestein Walter Schloss
 

Dies eint offenbar viele Value-Urgesteine. Während der Begründer dieser Strategie, Benjamin Graham, mit 82 Jahren für seine Generation bereits schon vergleichsweise alt geworden ist, erfreut sich Primus Buffett bester Vitalität. Berkshire Hathaway-Vize Charlie Munger, 90, ist ebenfalls noch fit. Langfristig orientiertes Investieren scheint also der Gesundheit äußerst förderlich zu sein. Das Beispiel Walter Schloss zeigt zudem, dass Erfolg auch auf den wartet, der statt Genie „lediglich“ solides Handwerk einbringt. Ein langes (erfolg)reiches Leben - kann es bessere Gründe für die Direktanlage in Aktien geben?