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Wucherzinsen

„Anleger leiden unter den Niedrigzinsen“, „Baugeld so billig wie nie“ – kommen Ihnen diese Schlagzeilen bekannt vor? Die Euro-Krise führt dazu, dass Geld en Masse verfügbar ist und auf diesem Weg die Zinsen nach unten drückt.

Sichere Staatsanleihen bringen bekanntlich so gut wie keine auskömmliche Rendite mehr. Und wer sich aktuell eine Immobilienfinanzierung durchrechnen lässt, staunt, wie günstig bei entsprechender Bonität das Baugeld zu haben ist.

Die Einzigen, die vom Trend der billigen Zinsen nicht profitieren, sind die Besitzer von Girokonten mit Dispositionsrahmen. Doch der sogenannte Dispo gehört für viele Menschen zum monatlichen Budget dazu. Wer sich einmal die entsprechende Zinssätze anschaut, erlebt meist eine böse Überraschung. Auf Jahressicht sind oft zweistellige Zinssätze zu zahlen. In früheren Zeiten wäre das wohl unter den Begriff Wucherzinsen gefallen.

Finanztest macht Wucherzinsen publik

Wie hoch die deutschen Dispozinsen tatsächlich sind, zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest. Für ihre Zeitschrift Finanztest wurden flächendeckend die Dispozinsen der 1538 Banken in Deutschland ermittelt und Unterschiede von mehr als 10 Prozentpunkten festgestellt.

Bis zu 14,75 Prozent Wucherzinsen zahlen Bankkunden, wenn sie ihr Konto überziehen, obwohl sich Banken und Sparkassen für nur 0,5 Prozent Zinsen Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen können und in Zukunft vielleicht sogar für Negativzinsen! Wahnsinn.

Wucherzinsen-Abzocker sitzen auf dem Land

Was die Untersuchung auch zu Tage brachte: Die größten Wucherzinsen-Abzocker sind die kleinen Banken in ländlichen Gebieten. Laut Finanztest verlangt die Volksbank im hessischen Feldatal mit stolzen 14,75 Prozent den bundesweit höchsten Wucher-Dispozinssatz. Dass es auch anders geht, zeigt etwa die VR-Bank Uckermark-Randow, die lediglich 4,2 Prozent verlangt. Die Deutsche Skatbank wiederum erhebt von allen Kunden für ihr online geführtes Girokonto einheitlich einen Dispozins von nur 5,25 Prozent.

Im Schnitt ermittelte die Stiftung Warentest einen Dispozinssatz von 11,31 Prozent. 119 Banken kassieren sogar Wucherzinsen von 13 Prozent und mehr. Man sieht: Wer blind auf die Banken setzt, erlebt sein blaues Wunder. Doch für die Banken sind Dispokredite ein lohnendes Geschäft: Bei einem Kreditvolumen für Überziehungskredite von aktuell knapp 39 Mrd. Euro spült jeder Prozentpunkt mehr knapp 390 Mio. Euro in die Kassen der Banken. Vertrauen Sie deshalb nur unabhängigen Experten, die Ihnen objektive Tipps zur Geldanlage geben, wie die Aktienprofis im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick.