ANALYSE/Chartexperte: Gold und Anleihen haben bessere Perspektiven als Aktien

Montag, 07.10.19 13:13
ANALYSE/Chartexperte: Gold und Anleihen haben bessere Perspektiven als Aktien
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FRANKFURT/KAIRO (dpa-AFX) - Im Zuge der aktuellen Konjunkturschwäche könnten Gold und lang laufende Anleihen aus charttechnischer Sicht zu den aussichtsreichsten Anlageklassen zählen. "Wir befinden uns in der letzten Phase des Kondratjew-Zyklus, in der die Zinsen typischerweise fallen", sagte Robin Griffiths, technischer Chefstratege beim Investmenthaus ECU Group, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Rande der Jahreskonferenz des Weltverbandes der technischen Analysten IFTA in Kairo am Sonntag. Damit meint Griffith sehr lange Konjunkturzyklen, die von wichtigen technologischen Erfindungen wie der Dampfmaschine ausgelöst wurden. Experten zufolge neigt sich der aktuelle, vom Computer- und Internetzeitalter geprägte Megazylus allmählich dem Ende zu. Welche Welle danach kommen könnte, ist umstritten.

Griffiths zufolge dürfte angesichts der tristen Wirtschaftslage das weltweite Zinsniveau erst 2023 einen Boden erreichen. Damit würden die Anleihekurse spiegelbildlich zum Renditerückgang noch für eine längere Zeit steigen, zudem besäßen nicht zinstragende Investments wie etwa Gold einen Vorteil.

Gold hat dem Experten zufolge auch wegen seines zuletzt sehr guten Laufes die Nase vorn: "Im Vergleich zu anderen Anlageklassen weist der Goldpreis derzeit auf Monatssicht eine sehr starke Dynamik auf". Von dieser Warte aus betrachtet könnte sich der Aufwärtstrend beschleunigt fortsetzen. Ein sehr hohes Momentum legten derzeit auch US-amerikanische und europäische Anleihen mit langen Laufzeiten an den Tag.

Etwas weniger rosig, aber immer noch gut sind dem Experten zufolge die Aussichten für ausgewählte Aktienmärkte: "Aus der Perspektive eines Euro-Investors weisen derzeit weltweit gestreute Anlagen und Investments in Indien eine hohe Dynamik auf. Auch auf lange Sicht ist der indische Aktienmarkt mein Favorit. Nach der jüngsten Parlamentswahl denken die meisten Inder, dass sie mit dem alten und neuen Premierminister Narendra Modi finanziell besser gestellt sind als mit einem anderen Politiker."

Modi dürfte demnach Griffiths zufolge die Infrastruktur weiter ankurbeln und so der Börse in Mumbai neue Impulse verleihen. Negativ überrascht habe zwar der jüngste Rückgang beim Autoabsatz in dem asiatischen Land; hier dürften die internationalen Handelskonflikte unerwartet deutlich ins Kontor geschlagen haben. Insgesamt aber sieht der Experte den indischen Leitindex Sensex bei der Marke von rund 35 000 Punkten gut unterstützt.

Britische Aktien hingegen verfügen Griffiths zufolge aktuell über ein schwaches Momentum, weshalb die Aussichten für diesen Markt "nicht brillant" seien. Hier schlage das durch die Brexit-Misere geschwächte Pfund negativ zu Buche, so dass Euro-Anleger weitere Währungsverluste erleiden könnten./la/mis



Quelle: dpa-AFX


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