Investmentidee: EUR/USD - Starker Euro kommt für Wirtschaft zur Unzeit - Zertifikateanalyse

Montag, 10.08.20 15:46
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München (www.zertifikatecheck.de) - Für Vontobel ist das Währungspaar EUR/USD (ISIN EU0009652759 / WKN 965275) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Zertifikaten von dieser Einschätzung profitieren können.

Die Notenbank EZB nehme durch Anleihenkäufe weitere Positionen auf ihre Bilanz und die Wirtschaft sei nicht zuletzt seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie bestenfalls angeschlagen. Seit Anfang Mai habe der Euro jedoch gegenüber dem Dollar stark zugelegt. Für die wirtschaftliche Erholung der Eurozone sei eine starke Währung nicht unbedingt förderlich. Die Gründe für die Aufwertung seien vielfältig.

Aus der Perspektive der Realwirtschaft bringe ein starker Euro erhebliche Probleme für die Euro-Zone mit sich. Sei der Euro stark, verteuere er die einheimischen Produkte im internationalen Vergleich. Das mache sie weniger wettbewerbsfähig. Da europäische Produkte stärker mit der Weltwirtschaft verflochten seien als beispielsweise Produkte aus den Vereinigten Staaten, seien sie deutlich empfindlicher für eine Euro-Aufwertung. Wenn beispielsweise ein Auto in Deutschland gebaut werde, falle ein großer Teil der Kosten dafür in Euro an.

Werte der Euro auf, stelle das den Produzenten vor ein Dilemma: Entweder müsse er das Auto in anderen Währungsräumen teurer verkaufen, wodurch es weniger attraktiv werde und seine Wettbewerbsfähigkeit einbüße oder seine Gewinnmarge sinke. In der aktuellen Krise, in der die Absätze der Unternehmen einbrechen würden, sei die Euro-Stärke also besonders schmerzhaft. Aus makroökonomischer Sicht komme noch erschwerend hinzu, dass der starke Euro Importe verbillige und die ohnehin schon niedrige Inflation im Euroraum noch weiter drücke.

Im Zuge der Wiederaufbaumaßnahmen der Wirtschaft habe neben der EZB auch die US-amerikanische Zentralbank FED ein Paket auf den Weg gebracht und die Leitzinsen abgesenkt. Während die EZB schon seit Jahren eine Nullzinspolitik fahre, mit dem Ziel, die wirtschaftliche Tätigkeit im Euroraum zu erhalten, habe Anfang des Jahres der Leitzins in den USA bei 1,5 bis 1,75 Prozent gelegen. Der daraus resultierende Zinsvorteil für Investitionen in den USA existiere seit der Zinssenkung der FED nicht mehr.

Für internationale Investoren sei es jetzt nicht mehr attraktiv Kapital in den Vereinigten Staaten zu halten. Der Zinsvorteil der USA, der als Treiber eines starken Dollars gegolten habe, sei in kurzer Zeit verloren gegangen. Neben der FED hätten weltweit auch andere Zentralbanken deutlich die Zinsen gesenkt. Hinzu komme, dass es durch den aktuellen Wegfall des Zinsunterschieds immer weniger attraktiv werde den Euro als Finanzierungswährung zu nutzen.

Die Gesamteuropäische Einigung auf einen Währungsaufbaufond in Höhe von EUR 750 Mrd. habe das Gesamtvolumen auf den coronabedingten Wirtschaftsrettungsschirm inzwischen auf 1,35 Billionen Euro erhöht. Dies habe einen wichtigen Impuls für die Stärke des Euros ausgelöst, denn der Entschluss der EU-Staaten signalisiere den Finanzmärkten, dass die Währungsunion auch in schlimmen Krisen zusammenstehe und Lösungen ausarbeiten könne.

Dass die erneute Schuldenaufnahme nicht alleine von ökonomischer Rationalität, sondern auch von der schwierigen Lage der südeuropäischen Staaten getrieben sei, werde von den Märkten ignoriert. Die wirtschaftlichen Gräben zwischen wettbewerbsfähigen Norden und strukturschwachen Süden würden mit der Überschwemmung von Liquidität bestenfalls kaschiert, aber keineswegs behoben. Einige Experten würden in dem wirtschaftlichen Unterschieden zwischen den Mitgliedsstaaten einen limitierenden Faktor sehen, der der Stärke des Euros ein baldiges Ende bereiten könnte.

Die Zahl Corona-Infizierter steige auch im Sommer in den USA weiter an. Europa scheine, gemessen an den Krankheitsfällen, die Ausbreitung der Pandemie besser in den Griff zu bekommen als die Vereinigten Staaten. Die Angst vor einer Großen zweiten Infektionswelle się deshalb vor allem in den USA allgegenwärtig. Die Stimmungsindikatoren der US-Wirtschaft würden diese Sorge spiegeln. "An den Märkten gibt es große Zweifel über den Umgang der US-Regierung mit der Gesundheitskrise", habe Esther Reichelt, Devisenexpertin von der Commerzbank gesagt.

Dabei werde nicht nur der direkte Umgang mit der Pandemie als problematisch angesehen. Auch die Verhandlungen der Führung über Mittel zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft würden zu keinem beruhigendem Ergebnis kommen. Je länger die Uneinigkeit in der Führung anhalte, desto stärker könnte das den Kurs des Dollars belasten. Die Schwäche des Dollars könnte also auch in Zukunft den Wechselkurs treiben. Allgemein gehe man davon aus, dass die künftige Entwicklung vom Verlauf der Pandemie abhänge.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel ein Faktor-Zertifikat (ISIN DE000VP6R2W3 / WKN VP6R2W) auf den 16X Long Index linked to EUR/USD. Der Bewertungskurs liege bei USD 1,18. Die Schwelle betrage USD 1,12. Das Bezugsverhältnis belaufe sich auf 0,05. (Stand: 10.08.2020, 14:17:09)

Interessant sei zudem ein Faktor-Zertifikat (ISIN DE000VP6L0Y9 / WKN VP6L0Y) auf den 16X Short Index linked to EUR/USD. Der Bewertungskurs liege bei USD 1,18. Die Schwelle betrage USD 1,24. Das Bezugsverhältnis belaufe sich auf 0,2. (Stand: 10.08.2020, 14:17:18)

Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 07.08.2020) (10.08.2020/zc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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Quelle: Aktiencheck




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