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10:30 03.08.17

Mini-Zertifikate auf EUR/GBP: Unsicherheit belastet das Pfund - Zertifikateanalyse

Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" das Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PA2R7Q2 / WKN PA2R7Q) und das Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PR199R7 / WKN PR199R) auf den EUR/GBP (ISIN EU0009653088 / WKN 965308) vor.

Lange schien es so, als würde die Entscheidung zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) - der Brexit - die britische Wirtschaft kaum beeinträchtigen. Doch seit einigen Monaten würden sich die Konjunkturdaten zu verschlechtern beginnen, Großbritannien drohe bei wichtigen Kennzahlen hinter die Eurozone zurückzufallen. Das sei noch vor wenigen Jahren anders gewesen: Auf dem Höhepunkt der Eurokrise in den Jahren 2012 und 2013 sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone geschrumpft. Großbritannien, dessen Wirtschaft sonst eng mit dem Kontinent verknüpft sei, habe in dieser Zeit seinen Wachstumskurs fortsetzen können. Auch in den Jahren 2014 und 2015 sei die Wirtschaft auf der Insel schneller gewachsen als die der Eurozone.

Doch diese Tendenz scheine sich umzukehren. Für 2017 und auch für die kommenden Jahre würden unter anderem die Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von einer deutlichen Konjunkturabkühlung ausgehen, während die Eurozone ihr aktuelles Wachstumstempo beibehalte.

Hauptverantwortlich für die Wachstumsschwäche sei die Unsicherheit wegen des Austritts aus der EU. Die Verhandlungen darüber hätten zwar begonnen, aber es werde noch lange dauern, bis es neue Rahmenbedingungen vor allem für den Außenhandel gebe. Das drücke vor allem auf die Investitionen, denn Unternehmen würden wichtige Entscheidungen verschieben, wenn die Zukunft ungewiss sei. Die OECD rechne für 2018 sogar mit einem Rückgang der realen Investitionen um 1,8 Prozent, das habe es in Großbritannien zuletzt während der globalen Rezession 2009 gegeben. Die realen Investitionen in der Eurozone würden dagegen mit einer Rate von mehr als drei Prozent pro Jahr wachsen, ein Indiz für die Erholung der Wirtschaft nach der Eurokrise.

Aber auch der private Konsum in Großbritannien könnte sich abschwächen. Den Verbrauchern würden vor allem die steigenden Preise zu schaffen machen, denn das verringere die Kaufkraft. Die Löhne würden zwar ebenfalls steigen, aber nicht so schnell wie die Preise. Mit anderen Worten, die realen Arbeitseinkommen würden fallen. Der Staat könne mit einer Erhöhung seiner Ausgaben diesen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage kaum ausgleichen, denn der Spielraum sei angesichts eines Haushaltsdefizits von immer noch mehr als drei Prozent in Relation zum BIP gering. Es habe ohnehin schon große Anstrengungen gekostet, dieses Defizit, das 2010 noch bei knapp zehn Prozent gelegen habe, abzubauen. Manche Ressorts hätten Ausgabenkürzungen von 30 Prozent durchsetzen müssen. Trotzdem sei das Haushaltsdefizit gemessen am BIP 2016 noch doppelt so hoch gewesen wie in der Eurozone.

Auch andere makroökonomische Kennziffern würden schlechter aussehen als in der Eurozone. Die Inflationsrate sei Mitte 2017 auf knapp drei Prozent gestiegen. Dazu komme ein chronisches Defizit in der Leistungsbilanz, während die Eurozone einen Leistungsbilanzüberschuss ausweise. Großbritannien sei daher auf Kapitalzuflüsse angewiesen. Dazu kämen strukturelle Probleme. Unter anderem würden Schulwesen und Berufsausbildung als vergleichsweise schlecht gelten. Umso mehr sei Großbritannien in vielen Branchen auf ausländische Arbeitnehmer angewiesen. Doch die würden zunehmend weg bleiben. 2016 hätten 40.000 Menschen mehr aus Großbritannien weggezogen als im Vorjahr, gleichzeitig habe sich die Zahl der Zuzüge um 43.000 verringert. Das könnte zunehmend für Engpässe sorgen und manche Branchen ernsthaft beeinträchtigen.

Ein Lichtblick sei jedoch der Export, denn der erhalte durch das schwache Pfund Auftrieb. Um etwa zwölf Prozent habe das Pfund gegenüber Euro und US-Dollar seit Mitte 2016 abgewertet. Doch auch das habe seine Kehrseite, denn die Abwertung führe zu steigenden Importpreisen und heize damit die Inflation an. Diese Entwicklung stürze die Bank of England (BoE) in ein Dilemma. Auf der einen Seite sei es ihre Hauptaufgabe, die Inflation unter Kontrolle zu halten. Auf der anderen Seite würde eine zu straffe Geldpolitik die Wachstumschancen der Wirtschaft weiter verringern. Dazu komme die Unsicherheit über die Zukunft, denn auch die BoE könne die Folgen des Brexits nicht abschätzen. Bislang würden die Notenbanker am aktuellen, sehr niedrigen Leitzins von 0,25 Prozent weiter festhalten. Bei der Sitzung am 15. Juni hätten aber überraschend drei der acht Mitglieder des Zentralbankrats vor allem wegen der steigenden Inflation für eine Zinsanhebung gestimmt. Doch solange die Brexit-Unsicherheit bleibe, werde sich die BoE voraussichtlich mit Zinserhöhungen zurückhalten.

Die britische Wirtschaft wachse langsamer als die der Eurozone, die Inflationsrate sei höher und es gebe ein Leistungsbilanzdefizit. Das alles spreche gegen das Pfund und für einen Anstieg des Wechselkurses EUR/GBP. Positiv für das Pfund wäre es, wenn die Brexit-Verhandlungen schnelle Ergebnisse brächten und die Unsicherheit enden würde. Dann wäre auch der Weg für die BoE frei, den Leitzins anzuheben. (Ausgabe August 2017) (03.08.2017/zc/a/a)



Quelle: ac


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