Bitcoin-Crash

Bitcoin-Crash

Nicht ganz zu Unrecht werden Bitcoins auch als ein Experiment mit ungeklärtem Ausgang bezeichnet. Denn neben ihren unbestrittenen Chancen sind auch verschiedene Szenarien denkbar, die der weiteren Ausbreitung und Etablierung der Krypto-Währung entgegenstehen könnten. In jedem Fall sollten Anleger, die sich an dem aktuellen Bitcoin-Hype beteiligen möchten, die Risiken eingrenzen, indem sie ihr Investment auf eine Größenordnung beschränken, bei der sie auch einen möglichen Komplettverlust jederzeit verkraften könnten.

 

Bitcoin-Crash: Daten- und damit Wertverluste sind möglich

Da die Transaktionen anonym und irreversibel sind, haben Bitcoin-Benutzer im Betrugsfalle kaum eine Chance ihr Guthaben wiederzubekommen. Gleiches gilt für digitale Münzen, die auf einem Bitcoin-Marktplatz oder einer Online-Wallet gespeichert sind, sollten diese gehackt werden oder pleite gehen. Denn beim Internet-Geld gibt es weder einen Einlagen- noch einen Versicherungsschutz. Darüber hinaus können Bitcoins auch durch einen Festplattencrash, ein vergessenes Passwort oder durch „Malware“ bzw. das Ausspähen kryptografischer Codes unwiederbringlich verloren gehen. Sollte das Bitcoin-System eines Tages trotz der hohen Sicherheitsstandards und der Beteuerungen vieler IT-Experten doch geknackt werden, bestünde sogar die Gefahr, dass weitreichende Bitcoin-Bestände schlagartig ihren Wert verlieren würden, da sie nicht mehr richtig zugeordnet werden könnten.

 

Bitcoin-Crash: Der Energiebedarf kommt an seine Grenzen

Ein weiteres technisches Problem besteht in dem enorm hohen Energieverbrauch durch die dramatisch steigende Zahl der Rechenvorgänge. Denn je mehr Transaktionen durchgeführt werden, desto höher ist die benötigte Rechenleistung. So bewegt sich z.B. der Strombedarf beim Bitcoin-Mining längst auf dem Niveau einer Millionen-Stadt. Eine immer stärkere Zunahme der Rechenpower könnte deshalb zu einer Überlastung bzw. dem Ausfall von Systemkapazitäten führen und dadurch die Aktivitäten innerhalb des Bitcoin-Netzwerks deutlich verlangsamen oder sogar ganz oder teilweise lahmlegen.

 

Bitcoin-Crash: Inflationäres Angebot an Krypto-Währungen

Aufgrund des bisherigen Erfolges des Bitcoin versprechen sich immer mehr Initiatoren von der Einführung neuer Internetwährungen einen schnellen Reichtum. So gibt es mittlerweile bereits mehr als 1.200 verschiedene Formen des Cyber-Geldes, von denen die meisten wohl nicht langfristig überleben können und auf absehbarer Zeit wertlos verfallen dürften. Auch kann es unter den einzelnen Digitalwährungen durchaus einen Konkurrenz-Wechsel und damit neue „Marktführer“ geben, wenn z.B. Internet-Platzhirsche wie Amazon, Apple oder Google möglicherweise zusammen mit anderen Anbietern irgendwann eigene Revieransprüche anmelden sollten.

 

Bedrohung durch staatliche Regulierungsmaßnahmen und Verbote

Das auf Unabhängigkeit, Dezentralität und Anonymität aufgebaute Bitcoin-System offenbart bislang noch nicht einmal ansatzweise gelöste politische, wirtschaftliche und (steuer)rechtliche Probleme. Dabei könnten Staaten mit dem Hinweis auf den Schutz vor möglichen Steuerhinterziehungen oder Schwarzmarktgeschäften versuchen, die Etablierung einer „Parallelwährung“ und damit den Verlust des Geldschöpfungsmonopols der Zentralbanken zu verhindern. Dies könnte früher oder später entsprechende staatliche Regulierungsmaßnahmen oder sogar Verbote nach sich ziehen, die den Besitz von digitalen Münzen unattraktiver machen würden. So wurden beispielsweise in China bereits einige große Bitcoin-Börsen geschlossen. Darüber hinaus könnten Staaten auch selbst an die Einführung eigener regierungskonformer Cyber-Währungen denken, wie das aktuell in Russland in Bezug auf den sogenannten „Krypto-Rubel“ der Fall ist.

 

Ob der Bitcoin seinen Siegeszug weiter fortsetzen kann oder an dem einen oder anderen Negativ-Szenario scheitert, ist in seinem aktuellen Entwicklungsstadium noch ungewiss. Dagegen haben Aktien ihren hohen Stellenwert als langfristig erfolgreiches Investment längst nachgewiesen.

boerse.de informiert:

Kurssuche

© 1994-2019 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr