Was gegen den Bitcoin spricht

Was gegen den Bitcoin spricht

Bitcoins ziehen immer mehr Menschen in ihren Bann. Aufgrund der exorbitanten Kurssteigerungen werfen viele Spekulanten in zunehmendem Maße ihre anfänglichen Bedenken über Bord und versuchen noch auf den bereits in voller Fahrt befindlichen Zug aufzuspringen. Auch Geschäfte bieten ihren Kunden in wachsender Zahl die Bezahlung mit Bitcoins an, um von der aktuellen Euphorie um die digitalen Münzen zu profitieren. Ob sich die neue Cyber-Währung allerdings langfristig durchsetzen kann, darf zumindest angezweifelt werden. Denn viele Dinge sind noch gänzlich ungeklärt bzw. sprechen gegen eine nachhaltige Entwicklung des virtuellen Geldes. So warnt auch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) ausdrücklich vor den Risiken von Krypto-Währungen und die Europäische Bankenaufsicht (EBA) empfiehlt Nutzern zumindest „mit Ihrem digitalen Wallet dieselbe Vorsicht walten zu lassen wie mit Ihrer gewöhnlichen Geldbörse“.

 

Contra Bitcoin: Mehr schwankendes Tauschmittel als echte Währung

Ursprünglich als notenbankunabhängiges Zahlungsmittel gedacht, hat sich der Bitcoin vor allem zu einem hochvolatilen Spekulationsobjekt entwickelt. Das bedeutet: Die Käufer der virtuellen Münzen sind eher an steigenden Preisen interessiert als dass sie damit tatsächlich bezahlen wollen. Denn zum einen gibt es noch immer relativ wenige Onlineshops, die das digitale Geld akzeptieren, auch wenn deren Zahl ständig zunimmt. Zum anderen werden Bitcoins wegen ihrer festgeschriebenen Begrenzung auf eine Höchstmenge vielfach eher mit physischem Gold als mit einer Währung verglichen. Damit verbindet der Bitcoin die Risiken von Bargeld mit denen eines hochspekulativen Investments.

 

Contra Bitcoin: Der Bitcoin-Hype hat seinen Höhepunkt schon erreicht

Das Bitcoin-Thema ist längst in allen Gesellschaftsschichten angekommen und wird bereits von der Boulevard-Presse aufgegriffen. Am Aktienmarkt wäre dies ein untrüglicher Hinweis auf das kurz bevorstehende Ende der unmittelbaren Aufwärtsbewegung und damit ein deutliches Warnsignal für Anleger, die noch nicht „dabei“ sind. So verwundert es kaum, dass viele den Hype um die virtuellen Münzen sogar schon mit der gigantischen Tulpenzwiebel-Blase im 17. Jahrhundert vergleichen, die zum allerersten Börsencrash der Geschichte führte.

 

Was gegen Bitcoins spricht: Bitcoin ist durch nichts gedeckt

Der hohe Preis der digitalen Münzen wird einzig und allein von der Fantasie und dem Vertrauen der Nutzer in die neue Alternativwährung getragen. Denn trotz der zahlenmäßigen Deckelung sind Bitcoins kein werthaltiges Anlageinstrument und anders als Aktien oder Gold durch keinen konkreten Gegenwert gedeckt. Zwar trifft dies auch auf bekannte Fiat-Währungen wie den Euro oder den US-Dollar zu. Allerdings werden diese im Gegensatz zu dem Internet-Geld von Staaten ausgegeben und als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert.

 

Contra Bitcoin: Starke Klumpenbildung und Marktmacht

Das Bitcoin-System erinnert in gewisser Weise an eine Art Schneeballsystem, von dem ganz besonders die Früheinsteiger profitieren. Denn da die Zahl neuer Bitcoins begrenzt ist, nimmt das Angebot nur relativ langsam zu, während die Nachfrage rasant steigt. Dies hat auch bei den Cyber-Währungen zu einer sehr ungleichen Vermögensverteilung geführt, nach der sich laut einer Studie inzwischen mehr als 96% aller Bitcoins in den Händen von nur gut 4% der Nutzer, darunter vor allem Mining-Unternehmen und Mining-Pools befinden sollen. Auch wenn Bitcoins derzeit in aller Munde sind, sprechen viele Punkte gegen die virtuelle Währung.

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