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Der 11. September 2001

In den folgenden Tagen war die Welt gelähmt und die Börsen orientierungslos. Da die Wall Street auf unbestimmte Zeit geschlossen worden war, fehlten die Vorgaben aus den USA. DAX und Nemax zeigten sich deswegen labil und verbuchten weitere leichte Verluste. Während die internationale Politik ihre Solidarität mit den USA bekräftigte und die Anschläge aufs heftigste verurteilte, wurde fieberhaft nach den Drahtziehern der Anschläge gesucht. Dabei fanden sich immer mehr Beweise, die den Terroristenführer Osama Bin Laden und sein Terrornetzwerk El Kaida als Hauptverdächtige identifizieren. Die USA bekräftigte gleichzeitig ihren Willen mit allen Mitteln gegen die Verantwortlichen vorzugehen und sprach von einer Kriegserklärung gegen die USA und die westliche Welt.

Vorsichtiger Handelsstart mit Sonderregeln
Am Montag, den 17. September 2001, nahm dann die Wall Street, zunächst mit Sonderregeln, den Handel wieder auf. Im Vorfeld war alles versucht worden, um einen zu großen Kursrutsch zu verhindern. So senkte die US-Notenbank vor Börseneröffnung den Leitzins um 50 Basispunkte auf 3 Prozent, Analysten hatten sich dazu entschlossen, keine negativen Ratings an diesem Tag zu veröffentlichen und selbst die Unternehmen hielten sich mit negativen Meldungen zurück. Die Rentenkassen des Bundesstaates New York kündigte sogar an, eine Milliarde Dollar in Aktien zu investieren. Dennoch gab es kurz nach der Eröffnung zunächst den erwarteten Kurssturz. Nach Handelsende hatte der Dow zwar den größten Punkteverlust seit der großen Depression in den 30er Jahren erlitten, dennoch waren die Verluste dank der unzähligen Stützungsmaßnahmen weit hinter den Befürchtungen zurückgeblieben. Während der wichtigste Leitindex der Welt am 10. September noch bei 9605 notierte, so ging der Dow am 17. September mit einem Minus von rund 7 Prozent auf 8920 Punkte aus dem Handel. Insbesondere Aktien von Airlines, Hotels und aus der Finanzbranche mussten massive Kursrückgänge verbuchen. Zu den wenigen Branchen, die zulegen konnte gehörten dagegen Sicherheitsunternehmen.

Auch die nachfolgenden Tage brachten noch keine Ruhe an der Börse. Am 21. September erreichen die Börsen im Gefolge des Dow schließlich neue Rekordtiefstände. Innerhalb einer Woche hatten die an der Wall Street gelisteten Unternehmen über 1,38 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung verloren. Der Dow stand zu diesem Zeitpunkt bei 8235, der DAX bei 3787 und der Nemax All Share bei 724 Punkten. Die USA waren durch den Terroranschlag endgültig in eine Rezession gestürzt. Gleichzeitig wurde aufgrund der massiven Kursverluste im Vorfeld und nach dem Anschlag der Verdacht laut, dass sich die Terrororganisation mittels Baisse-Transaktionen an den Future-Märkten an dem Crash berreichert haben könnte. Umgehend eingeleitete Untersuchungen brachten aber bislang keinen großen Erfolg, lediglich einige Konten wurden eingefroren.

Dow Jones Kursverlauf September - Dezember  2001

Börsengeschehen rückt aus Angst vor Terror in den Hintergrund
In den Wochen nach den Anschlägen gab es vor allem zwei weltbestimmende Themen - den Krieg gegen den Terror und die Milzbrandattacken, die die USA wochenlang in Atem hielten. Alles andere rückte in den Hintergrund - auch die Börse. Noch am 11. September versprach US-Präsident Bush die Schuldigen der Anschläge zu jagen und zu bestrafen ohne Unterschied ob es sich um echte Terroristen handelt oder um diejenigen, die ihnen Unterschlupf gewähren. Viele Länder, darunter auch Deutschland, sicherten den USA "uneingeschränkte Solidarität" zu. In den folgenden Tagen appellierte die USA an alle Staaten der Erde sich an der Allianz gegen den Terrorismus zu beteiligen und benannte den Chef der Terror-Organisation El Kaida, Osama bin Laden, als Hauptdrahtzieher der Anschläge. Gleichzeitig wurde die afghanische Taliban-Miliz beschuldigt, der El Kaida Unterschlupf zu gewährten.

Am 18. September meldeten die Schlagzeilen die Entdeckung von mit Milzbrandsporen versuchten Briefen in Trenton im US-Staat New Jersey. Die Kuverts mit dem Anthrax-Virus waren an die Zeitung "New York Post" und den NBC-Moderator Tom Brokaw aufgegeben worden. Plötzlich bedrohte damit eine andere Gefahr die westlich Welt - biologische Kampfstoffe. Als am 22. September eine Mitarbeiterin der "New York Post" und wenig später eine Mitarbeiterin Brokaws an Hautmilzbrand erkranken und der Fotoredakteur Bob Stevens am 5. Oktober an Lungen-Milzbrand starb, glaubten immer mehr Menschen an eine zweite "leise" Terrorwelle mit biologischen Waffen und die Angst in der Bevölkerung stieg.

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