Dividendenstrategie Low-Five

Aus der von Michael B. O`Higgins 1991 veröffentlichten Dogs-of-the-Dow-Strategie entwickelten sich die Low-Five (auch Small Dogs-of-the-Dow oder Puppies of the Dow genannt). Wie der Name verrät, werden nicht mehr zehn, sondern nur noch fünf Werte ins Depot gelegt.

Warum werden nur die fünf Low-Five-Aktien ausgewählt?

O`Higgins war der Meinung, dass Aktien mit optisch hohen Notierungen schon zu gut gelaufen sind und nur noch kleine Zuwächse erzielt werden können. Im Umkehrschluss hätten optisch niedrige Kurse eine höhere Chance auf überproportionale Gewinne. Deshalb wählt O`Higgins für die Low-Five-Strategie die fünf Aktien mit dem optisch niedrigsten Kurs aus. Obwohl die Methode recht willkürlich erscheint, konnte O`Higgins den Erfolg der Low Five über einen langen Zeitraum nachweisen.

Wie werden die Low-Five-Aktien ausgewählt?

Der erste Schritt erfolgt wie bei den Dogs of the Dow. Von diesen zehn Aktien werden nun die fünf Titel mit dem niedrigsten Kurs gewählt. Das war es schon, so einfach kann eine Anlagestrategie sein.

Aktuelle Aktien im Low-Five-Depot für 2022

In der folgenden Tabelle sehen Sie die aktuellen Low-Five-Aktien für 2022.


NameDividendenrendite
Dow 4,9%
Verizon 4,9%
Walgreens 3,6%
Coca-Cola 2,8%
Intel 2,7%

Wie hat sich das Low-Five-Strategie seit 1995 entwickelt?

Ob die Low-Five-Aktien bessere Chancen auf höhere Kursgewinne haben als die Dogs-of-the-Dow, zeigt der Verglich einer Anlage von 10.000 Dollar im Jahr 1995. Ohne Berücksichtigung der Dividenden wäre der Low-Five-Depotwert bis Ende 2021 auf 22.087 Dollar angestiegen. Das entspricht einer Performance von 120% bzw. durchschnittlich 3,1% p.a. Die Performance der Dogs-of-The-Dow-Strategie (4,1%) konnte nicht erreicht werden.

Zum Vergleich hätte ein direktes Investment in den Dow Jones aus 10.000 Dollar ein Vermögen von 71.003 Dollar bis Ende 2020 gemacht. Mit einer Performance von 565% (7,8% p.a.) liegt dieses Investment vor der Low-Five-Strategie ohne Berücksichtigung der Dividenden.

Eine Dividendenstrategie spielt die Stärken natürlich bei der Reinvestition der Ausschüttungen aus. Der Depotwert der Low Five steigt auf 53.810 Dollar und erzielt damit einen Zuwachs von 438%. Die Dividenden haben wieder einen starken Einfluss auf die Gesamtrendite, die bei durchschnittlichen 6,7% p.a. liegt. Im Vergleich zur Dogs-of-the-Dow-Strategie (7,8%) mit Dividenden konnte jedoch keine Outperformance erzielt werden.

Wie sich die Low Five, Low Five mit Dividenden und der Dow Jones im Zeitraum von 1996 bis 2021 entwickelt hätten, sehen Sie in der nachfolgenden Grafik.

Low5 Entwicklung

Risiken bei den Low Five

Wie schon bei den Dogs-of-the-Dow ist ein Investor, der den Low Five folgt, immer zu 100% investiert. Dadurch werden alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Wie die Grafik zeigt, mussten auch erhebliche Verluste im Laufe der Zeit hingenommen werden. Besonders die Finanzkrise 2008 traf das Depot sehr hart. Während der Dow Jones 2008 einen Kursrückgang von -34% verzeichnete, verloren die Low Five sogar -51%.

Das willkürlich gewählte Kriterium der optisch niedrigsten Kurse birgt ebenfalls Risiken. So blieb der erhoffte überproportionale Anstieg der Kurse in neun von 21 Jahren aus. In den zwölf Jahren in dem die Low Five besser performten, erreichten diese im Schnitt ein Renditeplus von 5 Prozentpunkten gegenüber den Dogs-of-the-Dow. In den restlichen neun Jahren lag das durchschnittliche Renditeminus bei 6%. Im Jahr 2006 konnte die höchste Outperformance mit 11 Prozentpunkten erreicht werden, dem gegenüber steht eine Underperformance von 21% im Jahr 2008.

Welche Aktien waren in der Vergangenheit im Low-Five-Depot?

Um die Aktien eines Jahres zu sehen, klicken Sie bitte auf die entsprechende Jahreszahl.

2021 2020 2019 2018
2017 2016 2015 2014
2013 2012 2011 2010
2009 2008 2007 2006
2005 2004 2003 2002
2001 2000 1999 1998
1997 1996

Fazit Low-Five-Strategie:

Die Kursentwicklung einer Low-Five-Strategie reicht nicht aus, um den Dow Jones zu schlagen. Das Konzept kommt auch nicht an die Performance der Dogs-of-the-Dow heran und weist zudem höhe Risiken auf. Eine Aktienauswahl nach der Low-Five-Strategie hätte sich demnach nicht gelohnt.

Wieder einmal hat sich gezeigt, welchen Einfluss reinvestierte Dividenden haben!

Wichtiger als der optisch niedrigste Kurs sollte eine konstant steigende Dividende sein. Denn wird eine Aktie länger als ein Jahr im Depot gehalten, steigt so die Dividendenrendite automatisch an. Bitte beachten Sie:

Wichtiger als die Dividendenrendite sind konstant steigende Ausschüttungen. Die Dividendenrendite ist nur eine Momentaufnahme und zeigt einem Investor nicht, ob es sich um eine langfristig erfolgreiche Aktie handelt. Denn kann ein Unternehmen die Gewinnbeteiligung stetig erhöhen weist dies auf eine solide Firma hin. Im boerse.de-Aktienbrief erfahren Sie dabei alles, zu den besten Dividenden-Aktien der Welt. Hier können Sie eine gratis-Ausgabe downloaden …

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