“History repeating”? Warum der Goldpreis vor einer neuen Rallye stehen könnte

Dienstag, 31.03.20 07:44
 
In turbulenten Zeiten wie diesen sind Investoren mehr denn je auf der Suche nach einem “sicheren Hafen”. Nachdem die Kryptowährung Bitcoin diesbezüglich enttäuschte, hoffen Anleger nun auf eine Rallye der klassischen Krisenwährung Gold. Doch sogar das Edelmetall tat in den vergangenen Wochen nicht das, was es sollte. Während die Aktienkurse weltweit in den Keller gingen, rutschte auch der Goldpreis - zumindest vorübergehend - in die Verlustzone.

Goldpreis fällt trotz Crash


Zwischen dem Monatshoch am 8. März 2020 (1.680 Dollar pro Feinunze) und dem bisherigen Monatstief am 19. März 2020 (1.472 Dollar pro Feinunze) lagen satte 12,44 Prozent Verlust der primär zustande kam, weil Investoren Liquidität benötigten. Anschließend startete der Goldpreis jedoch eine Erholungsrallye. Das Edelmetall gewann allein innerhalb der vergangenen Woche rund acht Prozent an Wert und stieg gestern auf etwa 1.600 Dollar pro Feinunze. Eine Entwicklung, die an die Finanzkrise 2008 erinnert: Damals kam es in Folge des globalen Aktiencrashs ebenfalls zu Verwerfungen auf dem Goldmarkt. So stürzte der Goldpreis von rund 1.000 Dollar Anfang 2008 im Jahresverlauf auf zeitweise unter 750 Dollar je Feinunze. Gegen Ende der Finanzkrise startete das Edelmetall jedoch eine rasante Erholungsrallye, die im Jahr 2011 mit einem neuen Allzeithoch bei 1.895 Dollar je Feinunze endete.
Fed und Verknappung beflügeln Goldpreis

Wem jetzt der James Bond Song “History Repeating” oder “Goldfinger” auf den Lippen liegt, könnte richtig liege. Denn einige Marktbeobachter erwarten, dass der Goldpreis in den kommenden Wochen weiter an Fahrt aufnimmt. Zum einen aufgrund der Geldpolitik der Notenbanken, zum anderen wegen einer drohenden Angebotsverknappung.

Wenn führende Notenbanken wie Fed oder EZB die Märkte weiterhin mit Geld fluten, um die volkswirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, könnte die Kaufkraft von Fiat-Währungen (also Geld ohne intrinsischen Wert) abnehmen. Da Gold als Absicherung gegen Währungsabwertung dient, würde der Wert des Edelmetalls möglicherweise weiter steigen.

Angesichts dessen tendieren private und institutionelle Anleger schon jetzt dazu, die “Währung der letzten Zuflucht” zu kaufen. Bei physischem Gold wie Barren und Münzen melden viele Online-Händler bereits Engpässe, weil Deutsche das Edelmetall “hamstern”. Da zudem auch noch einige Minenbetreiber aufgrund der Corona-Pandemie temporär schließen oder die Produktion herunterfahren müssen, könnte sich das Gold-Angebot weiter verknappen.

Das Edelmetall ist und bleibt damit ein wichtiger Bestandteil in jedem Depot. Denn Sachwerte haben schon so manche, historische Krise gemeistert. Warum das so ist und weitere, wichtige Tipps für Ihre Geldanlage in turbulenten Zeiten haben wir im neuen, kostenlosen “Leitfaden für den Vermögensaufbau” zusammengestellt, den Sie hier downloaden können!

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