„Im Rückblick: Amaranth-Pleite“

Freitag, 20.10.06 10:18
Sehr geehrte Privatanleger,

Bei der größten Hedgefonds-Krise seit der Pleite des LTCM im Jahr 1998 verlor Amaranth Advisors LLC innerhalb von zwei Wochen rund 6 Mrd. Dollar. Das sind zwei Drittel des Anlegerkapitals.

In der griechischen Mythologie ist Amaranth ein Symbol für Unsterblichkeit. Das griechische Wort "amarantos" bedeutet "ewig blühend". Das ist natürlich ein Anspruch, mit dem man Investoren schon einmal etwas vormachen kann. Die Manager von Amaranth spekulierten auf die Terminpreise für Erdgas an der New Yorker Mercantile Exchange. Wenn die die Hurrican-Saison vorüber ist und der Frühling einsetzt, beginnen die Erdgasvorräte in den USA zu steigen. Die Erdgaspreise brachen dann in der Vergangenheit regelmäßig ein. Daher lag historisch der Erdgaspreis im April immer deutlich unter dem vom März. Und auf dieses Muster verwettete Amaranth Milliarden von Dollar, die man zuvor von Banken, Versicherungen und nicht zuletzt von Pensionsfonds eingesammelt hatte.

Im Prinzip ist es ein doppeltes Termingeschäft: Dem Einkauf hoher Kontrakte an Erdgas zur Auslieferung im April 2007 und dem gleichzeitigen Leerverkauf einer gleichen Menge zur Auslieferung im März 2007. Dazu hatte Amaranth diesem doppelten Termingeschäft weiter verfeinert: man trennte die Differenz zwischen dem Preis im März 2007 und dem Preis im April 2007 vom doppelten Termingeschäft ab. Amaranth investierte nur noch in die Differenz. Bei dem herkömmlichen Preismuster kann man damit hohe Gewinne machen, aber bereits wenn die Preise übereinstimmen, heißt das: Totalverlust.

J.P. Morgan Chase und Citadel Investment Group halfen bei der Rettung, aber 65% des Kapitals sind weg. Investoren wie Der Pensionsfonds der Stadt San Diego und das Unternehmen 3M, Caisse de Depot et Placement du Quebec, TeleColumbus, das deutsche Mobilfunkunternehmen Debitel, und der englische Fußballclub Manchester United haben viel Geld verloren.

Ich sage es immer wieder: Finger weg von Anlagen wir Hedgefonds, Private Equity, geschlossenen Fonds, den meisten Zertifikaten (gerade auch „Bonus“- und „Garantie“-Zertifikaten), die viel halten und wenig versprechen. Da sind mit Investments wie unsere gute Allianz (WKN: 840400) viel lieber. Nachdem das Investment einige Zeit geschlummert hatte, ging es in den letzten Wochen steil nach oben. Vorstandschef Dieckmann konnte die Umwandlung in eine europäische Aktiengesellschaft vollziehen.

Die Geschichte vom Hasen und dem Igel trifft es auf den Kopf: Beim Investieren werden immer die Igel das letzte Wort haben und am Ende lachen!

Auf gute Investments,
Ihr

Prof. Dr. Max Otte



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