Activision Blizzard: Der Champion erreicht ein neues Level

Mittwoch, 14.06.17 11:48

Wir stellen heute ein Unternehmen ins Rampenlicht, das mit “Gamen” Milliarden verdient: Activision Blizzard. Computer- und Videospiele sind nicht Ihr Ding? Keine Sorge, auch ich bin irgendwo im Super Mario-Zeitalter stecken geblieben und verbringe meine Freizeit lieber in der Natur, als hinter irgendeiner Konsole. Doch bei spannendsten Investments sollten wir unsere eigenen Interessen und Marken-Präferenzen auch mal in den Hintergrund stellen – sonst entgeht uns noch eine fantastische Renditechance wie im Falle von Activision Blizzard: fast 53 Prozent Plus innerhalb der vergangenen zwölf Monate sind Zahlen, die eine deutliche Sprache sprechen! Da hatten meine Kollegen vom Aktienbrief mal wieder den richtigen Riecher, als sie Activision Blizzard in die Elite der 100 Champions wählten...

 

Activision Blizzard: die Story

 

Wer denkt, dass der Computerspiele-Entwickler aus Kalifornien ein hippes Start-up der vergangenen Jahre ist, der irrt. Activision wurde bereits 1979 von ehemaligen Atari-Spieleentwicklern gegründet und entwickelte in den Anfangsjahren Spiele für die gleichnamige Konsole. Nach langen Hungerjahren in den 80ern und 90ern, in denen das Unternehmen erfolglos mit Anwendungssoftware experimentierte, vermeldete Activision 2004 pünktlich zum 25. Geburtstag endlich wieder Rekord-Geschäftszahlen und stetig steigende Gewinne. Der ganz große Durchbruch gelang dem Spieleentwickler dann mit “Call of Duty”, dem legendären Ego-Shooter des 2003 übernommenen Konzerns Infinity Ward, der bis heute Millionen Fans begeistert.

 

Activision Blizzard spielt auf drei lukrativen Levels, die 2016 insgesamt Umsätze von 6,61 Milliarden Dollar erzielten: Konsolen-Spiele (2,43 Milliarden Dollar), PC-Games (2,12 Milliarden Dollar) und Mobile (1,67 Milliarden Dollar). Zu den bekanntesten Titeln zählen neben “Call of Duty”, das ähnlich der “Star Wars”-Serie eine Art “neverending Story” mit immer neuen Episoden ist, u.a. auch “World of Warcraft” und “Overwatch”.

 

E-Sport: das Milliarden-Game

 

Während die Umsätze aus dem Publishing- und Entwicklungsgeschäft nur so sprudeln und Activision Blizzard im vergangenen Quartal mit einem Nettoumsatz von 1,73 Milliarden Dollar ganze 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete, entdecken die Unternehmer bereits eine neue Geldquelle: E-Sport. Elektronischer Sport? Der Laie kratzt sich am Kopf. Damit sind vermutlich nicht die Gymnastikübungen vor dem Frühstücksfernsehen gemeint. Vielleicht sowas wie Fitnesstraining oder Tennis mit, beziehungsweise gegen die Konsole? Weit gefehlt. Beim neuen Mega-Trend “E-Sport” treten Profi-Zocker in Computer- oder Videospielen gegeneinander an, nehmen an Turnieren teil und können Preisgelder in Millionenhöhe gewinnen.

 

Wie bei “echten” Sportarten gibt es Teams, Wettbewerbe und sogar eine Weltmeisterschaft (“eSports World Championship”) bei der jedes Spiel eine eigene Disziplin darstellt. Ein extrem schnell wachsender Markt, von dem vor allem Activision Blizzard profitiert, da sich Games wie “Call of Duty”, “Starcraft” oder “Overwatch” besonders gut für dieses Genre eigenen. Das gigantische Potential von E-Sport wird deutlich, wenn wir die Wachstumsraten der Branche betrachten: Rund 323 Millionen Zuschauer generierten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 419 Millionen Euro. Ein Plus von 43 Prozent! Natürlich kann niemand vorhersehen, ob sich E-Sport zu einem Massenmarkt entwickelt, der Bundesliga-ähnliche Dimensionen erreicht, oder ob das Wettkampf-Zocken irgendwann durch einen neuen Trend abgelöst wird. Doch Activision Blizzard ist so breit aufgestellt, dass das Unternehmen vermutlich blitzschnell auf neue Entwicklungen reagieren kann. Auch der Trend der Aktie spricht eine klare Sprache: Game on!

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

Ihre Miss boerse.de

 

Miss boerse.de liest lieber Wirtschaftszeitungen als Illustrierte und kauft Amazon-Aktien statt neuer Schuhe. Unsere Autorin schreibt in ihrer Kolumne tagesaktuell über Ereignisse aus der...
© 1994-2019 by boerse.de - Quelle für Kurse und Daten: ARIVA.DE AG - boerse.de übernimmt keine Gewähr