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Es gibt immer wieder Quartalszahlen-Veröffentlichungen, die auf den ersten Blick wie ein Erfolg wirken – doch die Börse quittiert das Ergebnis mit einem heftigen Kursrutsch. Genau so einen Moment erlebte vergangene Woche Adidas. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach hat im zweiten Quartal 2026 so viel umgesetzt wie noch nie zuvor. Die Nachfrage ist hoch, die Marke gewinnt weltweit an Dynamik und insbesondere Fußball und Running entwickeln sich zu wichtigen Wachstumstreibern.
Doch an der Börse zählt nicht allein, was in die Kassen kommt. Entscheidend ist, was davon am Ende als Gewinn übrig bleibt. Und genau hier liegt aktuell der Knackpunkt bei Adidas. Steigende Marketing-, Fracht- und Beschaffungskosten sowie zusätzliche Belastungen durch US-Zölle haben dafür gesorgt, dass der Gewinn deutlich weniger wächst als der Umsatz. Die Anleger reagierten prompt: Die Adidas-Aktie geriet nach den Zahlen massiv unter Druck und verlor rund 16% an einem Tag. Bedeutet der Rücksetzer für Börsianer vielleicht eine interessante Einstiegschance? Oder sind Trendgewinne besser bei anderen Aktien zu suchen?
Im zweiten Quartal konnte Adidas den währungsbereinigten Umsatz um 14 Prozent auf knapp sieben Milliarden Euro steigern. Damit erzielte der Konzern den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Performance-Geschäft. Hier sorgten unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaft und das weiterhin starke Running-Segment für eine kräftige Nachfrage. Auch das Direktgeschäft war erfreulich. Der Konzern verkauft seine Produkte zunehmend unmittelbar an die Verbraucher und kann dadurch stärker kontrollieren, wie die Marke präsentiert und zu welchen Preisen die Produkte angeboten werden. Der hohe Anteil von Verkäufen zum regulären Preis wirkte sich zudem positiv auf die Bruttomarge aus, die im zweiten Quartal auf fast 53 Prozent stieg.
Allerdings zeigt sich bei näherem Hinsehen ein differenzierteres Bild. Während Nordamerika mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 17 Prozent besonders stark zulegte, entwickelte sich Europa mit rund sechs Prozent deutlich verhaltener. Für Adidas bedeutet das: Die Marke wächst, aber nicht in allen Bereichen und Regionen gleichermaßen. Der Konzern muss deshalb beweisen, dass sich die aktuell hohe Dynamik in ein nachhaltig profitables Wachstum überführen lässt.
Genau hier liegt der Knackpunkt: Adidas erreichte trotz des Rekordumsatzes im zweiten Quartal ein operatives Ergebnis (EBIT) von lediglich 574 Millionen Euro. Damit blieb der Konzern deutlich hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Ein wesentlicher Grund waren die hohen Marketingaufwendungen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft. Für Adidas sind solche Großereignisse zwar eine wichtige Bühne, um die globale Markenbekanntheit zu steigern und neue Kunden zu gewinnen. Kurzfristig schlägt sich die Präsenz jedoch auf der Kostenseite nieder. Hinzu kamen höhere Fracht- und Beschaffungskosten sowie Belastungen durch US-Zölle.
Für langfristig orientierte Anleger lohnt sich deshalb ein nüchterner Blick auf die Performance-Kennzahlen der Adidas-Aktie: Die geoPAK10 liegt bei null Prozent, die Gewinn-Konstanz bei 49 Prozent und die Verlust-Ratio bei 3,69. Im aktuellen boerse.de-Rating erhält Adidas deshalb die Note B und wird als Depotbremser eingestuft.
Wenn Sie nicht auf die langfristige Trendwende eines Titels warten möchten, dann können Sie einen anderen Ansatz verfolgen: Der boerse.de-Dienst Kurzfrist-Trader (hier kostenlos testen) konzentriert sich auf kurzfristige Trends und Chancen am Aktienmarkt. Adidas ist derzeit nicht Bestandteil des Portfolios. Stattdessen setzt das aktuelle Musterdepot auf fünf ausgewählte Empfehlungen. Und das mit bemerkenswertem Ergebnis: Das Kurzfrist-Trader-Portfolio kommt 2026 insgesamt bereits auf eine Rendite von rund 60 Prozent.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre
Miss boerse.de
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