Anlegerveranstaltungen – Erst ein „Tag der Aktie“, dann die „Invest“

Donnerstag, 14.03.19 13:56
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser, 

zwei wichtige Termine für Aktienanleger und solche, die es werden sollten, stehen bevor: Am 5. und 6. April findet auf dem Stuttgarter Messegelände wieder die größte deutsche Anlegermesse statt – die „Invest“. Vorher schon, am kommenden Montag, gibt es in der Mainmetropole Frankfurt den „Tag der Aktie“. Über den Sinn, vor allem über den Erfolg solcher Anlegerveranstaltungen kann man diskutieren. Etwas für die Aktienanlage im Land der Falschsparer zu tun, verdient aber auf jeden Fall breite Unterstützung. Deshalb unterstütze und fördere ich aktiv Börsentage und Anlegermessen seitdem es sie gibt.

Die Deutsche Börse ruft mit Unterstützung zahlreicher Banken für den 18. März zum fünften Tag der Aktie auf. Mit der Veranstaltung möchten Deutschlands führender Börsenbetreiber und die beteiligten Banken die Bedeutung der Aktie als Instrument zur Altersvorsorge in der Bevölkerung steigern und darauf hinweisen, dass ökonomische Bildung einen höheren Stellenwert erhalten muss.

„Mit dem Tag der Aktie wollen wir auf die Bedeutung von ökonomischer Bildung aufmerksam machen, insbesondere auf die wichtige Rolle der Aktie für die Altersvorsorge. Ökonomische Bildung stärkt das Urteilsvermögen von Verbrauchern in vielen Fragen des Alltags, sei es bei Berufswahl oder Vermögensbildung“, erklärt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse. „Die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland nimmt seit einigen Jahren erfreulicherweise wieder zu. Der Blick ins Ausland zeigt jedoch, dass wir im internationalen Vergleich weiter Nachholbedarf haben.“

Am 18. März werden Schüler aus Ingolstadt und Büdingen den Handel an der Frankfurter Börse mit der traditionellen Börsenglocke eröffnen. Sie erhalten zudem einen exklusiven Rundgang durch den Börsensaal. Dabei werden sie von bekannten Börsenmoderatoren und Börsenexperten begleitet. Im Vorfeld hatte die Deutsche Börse Schulklassen dazu aufgerufen, sich für diesen Tag kreativ zu bewerben – beispielsweise per Foto, Video oder Gedicht.

Für alle Anleger interessant: Am Tag der Aktie ist der Kauf aller Dax-Aktien sowie von elf Exchange Traded Funds (ETFs) auf den Dax-Index über den Handelsplatz Börse Frankfurt für Privatanleger bei allen beteiligten Brokern ab einer Ordergröße von 1000 Euro kostenlos. Die Deutsche Börse, die Spezialisten am Frankfurter Parkett und 1822direkt, Augsburger Aktienbank, comdirect, Consorsbank, DKB Deutsche Kreditbank, Geno Broker, ING sowie Netbank verzichten auf die üblicherweise anfallenden Entgelte.

Tragen derartige Maßnahmen spürbar zur Entwicklung einer Aktienkultur in Deutschland bei? Festzuhalten bleibt, dass der Aufwärtstrend bei den Aktionärszahlen 2018 ungebrochen war. Zuversichtlich für die nächsten Jahre stimmt nach Einschätzung des Deutschen Aktieninstituts (DAI), dass der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre alle Bevölkerungsgruppen erfasst hat und auch die jüngeren Jahrgänge stärker an Aktien interessiert sind. Die breite Masse der Bundesbürger an die Aktienanlage heranzuführen, bleibt aber eine Herausforderung. Um die Deutschen zu einem Volk von Aktionären zu machen, ist und bleibt der größte Hebel, die Aktie im System der Altersvorsorge stärker zu berücksichtigen, so die Forderung des DAI.

Ich bezweifle, dass die Politik in absehbarer Zeit diesem Appell folgen wird. Andererseits sehe ich noch eine Reihe von Möglichkeiten zur Aktienförderung durch alle Beteiligten, wenn konzertiert und bundesweit vorgegangen wird. Konkret:
 
  • Die börsennotierten Aktiengesellschaften selbst sollten für (ihre) Aktien werben und entsprechend Flagge zeigen – u. a. durch Präsenz auf Anlegermessen und Börsentagen (das war vor Jahrzehnten üblich!).
  • Banken und Sparkassen können durch diverse Maßnahmen etwas für die Aktie als langfristige Anlageklasse tun (Sparpläne stärker propagieren, das DAI-Renditedreieck als Plakat in allen Schalterhallen aufhängen).
  • Alle Verlage sollten ihren Lesern auf Aktien basierende Anlegerwettbewerbe anbieten. Überregional kann man sich dabei am Planspiel Börse der Sparkassen orientieren, aber auch regionale Wettbewerbe kleinerer Zeitungen machen Sinn.
  • Zu guter Letzt: Das außerordentlich erfolgreiche Konzept des „Rosenheimer Börsentags“ vom TM Börsenverlag sollte auf viele Städte im gesamten Bundesgebiet ausgedehnt werden.

Und Sie, geschätzte Leser, können einen Beitrag leisten, indem Sie Verwandten, Freunden und Bekannten von Ihren positiven Erfahrungen mit der Aktienanlage erzählen – werden Sie zu „Aktien-Missionaren“!

Machen Sie also weiter mit – und machen Sie’s gut!

Herrmann Kutzer
Redaktion
Aktien-Ausblick

P.S.: Diese 20 Aktien schütten seit über 100 Jahren Dividende aus...
Er will seine Erfahrung einbringen, und davon hat er jede Menge: Hermann Kutzer gilt als der dienstälteste journalistische „Börsendino“ in Deutschland. Schon seit 1969 beobachtet der bekennende...
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