BOTSI® - Ihr digitaler Vermögensverwalter mit integrierter Risikobremse

Donnerstag, 15.04.21 09:23
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, Sie können sich noch an mein letztes Editorial mit dem Titel „BOTSI® bringt frischen Wind in den boerse.de-Weltfonds“ erinnern. Dieses Editorial war das Resultat einer längeren Zugfahrt, auf der ich viel Zeit zum Nachdenken hatte. Und viel Zeit zum Nachdenken und lesen hatte ich auch diesmal wieder, wenngleich der Anlass ein komplett anderer war. Kurz zusammengefasst: Ich bin vorletzte Woche völlig unvorbereitet in einer Klinik gelandet, hatte Gottseidank absolut professionelle Ärzte und letztendlich Riesen-Glück im Unglück, sodass ich in Anbetracht der äußerst kritischen Gesamtumstände doch vergleichsweise glimpflich davongekommen bin. Und wie bereits erwähnt, ich hatte wieder mal viel Zeit zum Lesen …

Diesmal habe ich mich mit dem Buch eines „ETF-Papstes“ beschäftigt (übrigens ein Geschenk meines guten Freundes Thomas Müller), den ich aufgrund seiner wissenschaftlich fundierten Berichterstattung eigentlich sehr schätze. Aber in einem Punkt werden wir inhaltlich wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen: In diesem Buch wird der MSCI World Aktienindex bzw. ein entsprechender ETF wieder einmal als eine breit diversifizierte und deutlich risikoreduzierte Aktienanlage dargestellt. Und das sehe ich nun mal ganz anders. Bitte betrachten Sie den nachfolgenden Underwater-Chart (unterer Teil der Grafik), der die Verlustphasen des MSCI World, dargestellt als graue Fläche, seit Anfang 2000 zeigt.

Börsenkrisen und Drawdowns



Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, hat der MSCI World insbesondere in der Dotcom-Krise und der Finanzkrise gut über 50% an Wert verloren. Hat ein Anleger Anfang 2000 in den MSCI World investiert, so befand er sich fast bis Ende 2014 – genau genommen 174 Monate – ununterbrochen in einer Verlustphase! Und da hilft es dem Anleger halt auch nicht wirklich weiter, wenn er das Investment dank eines ETFs kostengünstig tätigen konnte.

Der MSCI World investiert per Stand Februar 2021 in knapp 1600 Aktien aus 23 Industrienationen, weshalb er häufig als breit diversifiziert und somit risikoreduziert angesehen wird. Hierbei wird jedoch häufig übersehen, dass knapp 70% des Kapitals aus den USA stammt. Von einer breiten Länderdiversifizierung kann hierbei wohl kaum gesprochen werden. Und was die 1600 Einzeltitel betrifft, so gilt hierbei zu berücksichtigen, dass die schiere Anzahl an Wertpapieren allein noch keinen positiven Diversifikationseffekt garantiert. Vielmehr ist hier von entscheidender Bedeutung, dass sich die Titel nicht gleichgerichtet bzw. im Idealfall sogar entgegengesetzt entwickeln. Diese Eigenschaft lässt sich mithilfe der statistischen Maßzahl Korrelation messen. Und diese Maßzahl kann auch in Kombination mit den Volatilitäten der Einzeltitel genutzt werden, um ein Portfolio aus einer überschaubaren Anzahl an Aktien so zu strukturieren, dass man einen möglichst großen Risikoreduktionseffekt erzielt.

Um risikoreduziert in Aktien zu investieren, haben Thomas Müller und ich die Anlagestrategie Champions-BOTSIdefensiv entwickelt, die das Thema Risikoreduktion komplett anders angeht, wie dies beispielsweise beim MSCI World der Fall ist. Anstatt weitgehend „blind“ in eine möglichst große Anzahl an irgendwelchen Aktien zu investieren, kommen bei der Strategie Champions-BOTSIdefensiv ausschließlich Qualitätstitel, die sogenannten Champions-Aktien, für ein Investment in Frage. Wie aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, stellt die Fokussierung auf Qualitätsaktien bereits einen sehr effizienten Weg dar, um Risiken systematisch zu reduzieren.

Darüber hinaus besteht bei dieser Strategie das Gesamtportfolio aus zwei Teilportfolios, die nur sehr moderat miteinander korreliert sind. Ein Teilportfolio umfasst die 13 Champions-Favoriten von Thomas Müller, die in keinem Portfolio fehlen sollten und daher weitgehend statisch gehalten werden. Das zweite Teilportfolio investiert in bis zu 15 Champions gemäß den strikt regelgebundenen Vorgaben des BOTSI®-Advisors. Und da diese beiden Portfolios nur einen moderaten Gleichlauf – sprich Korrelation – aufweisen, kommt es hier, trotz einer überschaubaren Anzahl an Aktien, zu spürbaren Diversifikations- bzw. Risikoreduktionseffekten.

Des Weiteren wird bei der Strategie Champions-BOTSIdefensiv im BOTSI®-Teilportfolio der Investitionsgrad gesteuert. Weisen die 15 trendstärksten Aktien keinen nachhaltigen Aufwärtstrend auf, so wird eben in weniger Aktien investiert und das verbleibende Anlagekapital im Geldmarkt geparkt. Im Extremfall – also z.B. in massiven Crash-Phasen – kann die Investitionsquote in diesem Teilportfolio sogar bis auf null reduziert werden, was natürlich zu einer enormen Risikoreduktion beiträgt.

Und zu guter Letzt werden alle Titel im BOTSI®-Teilportfolio auf täglicher Basis hinsichtlich eines potentiellen Sicherheitsverkaufes hin überprüft. Da vor allem Champions-Aktien die Eigenschaft aufweisen, sich nach einem Kursrückgang ziemlich zügig wieder zu erholen, kommen diese Sicherheitsverkäufe jedoch nur bei extremen Kursverlusten zum Einsatz.

Wie Sie in dem oben gezeigten Underwater-Chart sehen können, hat die Anlagestrategie Champions-BOTSIdefensiv in der Historie eine deutlich bessere Verlustreduktionseigenschaft aufgewiesen als der MSCI World. Während der maximale Drawdown des MSCI World bei 61,9% lag, weist Champions-BOTSIdefensiv einen maximalen Verlust von gerade mal 27,5% auf. Dies hat dazu geführt, dass die risikoreduzierte aktive Anlagestrategie von Ende Dezember 1999 per 29.03.2021 eine Rendite von 12,7% p.a. aufweist, während die Rendite des MSCI World im gleichen Zeitraum bei nur 2,4% p.a. liegt (Anmerkung: Dividendenerträge sind bei beiden Anlagen nicht berücksichtigt und haben auch keinen Einfluss auf den relativen Strategievergleich).

Aufgrund dieser überzeugenden positiven Risikoreduktionseigenschaften kommt die Strategie Champions-BOTSIdefensiv auch in der boerse.de-Vermögensverwaltung im Rahmen eines Einzeldepots-Managements zum Einsatz. Und dass diese risikoreduzierte Anlagestrategie großen Anklang bei Investoren findet, sieht man allein schon daran, dass die Mindestanlagesumme für die Einzel-Depotverwaltung aufgrund der großen Nachfrage von 250.000 Euro auf 500.000 Euro angehoben wurde. Aber keine Angst. Diese risikoreduzierte Anlagestrategie kann auch mit deutlich kleineren Anlagebeträgen umgesetzt werden, wie z.B. mithilfe eines monatlichen Sparplans bereits ab 25 Euro. Das hierzu entsprechende Anlagevehikel ist der boerse.de-Weltfonds, der sowohl in einer thesaurierenden Variante als auch in einer ausschüttenden Variante mit einer monatlichen Auszahlung von 0,25% verfügbar ist.

Wie Sie sehen, ist die systematische Risikoreduktion von zentraler Bedeutung. Und wie ich in den zurückliegenden paar Wochen leidvoll erfahren durfte, gilt dies leider nicht nur beim Investieren, sondern insbesondere auch im realen Leben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen diesmal an erster Stelle viel Gesundheit (und dabei denke ich nicht nur an Corona), aber natürlich auch ein gutes Händchen und viel Geschick bei Ihren – hoffentlich risikoreduzierten – Kapitalanlagen.

Auf bald,

Ihr Hubert Dichtl

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