Bayer, Telekom, Volkswagen - Warum Aktienanleger besser Erfolgsfans sein sollten

Mittwoch, 12.08.26 16:58

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht haben Sie es ja mitbekommen, dass der TSV 1860 München wegen des Lizenz-Dramas um Investor Hasan Ismaik in die Regionalliga Bayern zwangsabsteigen musste. Doch als eingefleischter Fan halte ich meinen Löwen selbstverständlich auch in schwierigen Zeiten die Treue und hoffe, dass möglichst schnell der Wiederaufstieg gelingt. An der Börse ist Hoffnung dagegen ein schlechter Ratgeber – hier sollten Sie ruhig ein Erfolgsfan sein. 

Trotzdem erscheint es für viele Anleger verlockend, in vermeintliche Schnäppchenaktien zu investieren, die weit unter ihren einstigen Tops notieren. Denn rein rechnerisch bestehen hier gewaltige Aufholpotenziale bis zum Erreichen der ehemaligen Höchstkurse. So müsste sich beispielsweise eine Aktie nach einem 50%-Rücksetzer wieder verdoppeln, um das Ausgangsniveau zu erreichen. Und nach einem Minus von 67% wäre dafür bereits ein Anstieg um rund 200% erforderlich. Doch so verlockend solche Zahlen auch klingen mögen:

Wenig Licht, viel Schatten

Ob den stark gefallenen Aktien tatsächlich der Turnaround gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Betrachten wir dazu am besten einige prominente Beispiele aus Dax und MDax, die noch mehr als 50% unter ihren ehemaligen Höchstständen notieren und damit theoretisch dreistellige Aufholpotenziale haben.

Name ATH-Abstand Rating geoPAK10 Gewinn-Konstanz Verlust-Ratio
Lanxess -78% D -12% 16% 4,15
Puma -77% C -0,1% 48% 4,17
Deutsche Telekom -73% B 5% 83% 2,33
Volkswagen -71% D -6% 28% 3,50
Hugo Boss -68% C -4% 34% 3,62
Bayer -66% D -7% 15% 3,68
Deutsche Bank -64% B 8% 67% 2,97
E.ON -57% AA 10% 85% 1,71

Neben den Abständen zum jeweiligen All-Time-High (ATH) zeigt die Tabelle auch die jeweiligen Performance-Kennzahlen sowie die daraus resultierenden boerse.de-Aktien-Ratings. Dabei wird schnell klar, weshalb bei den meisten dieser Werte eigentlich nur hartgesottene Turnaround-Spekulanten zugreifen sollten. 

So errechnen sich für Puma und Hugo Boss im Schnitt der vergangenen zehn Jahre negative Kursrenditen von -0,1% p.a. bzw. -4% p.a., womit beide Bekleidungshersteller als langfristige Verlierer-Aktien (= boerse.de-Aktien-Rating C) einzustufen sind. Und bei den Kapitalvernichtern Volkswagen, Bayer sowie Lanxess betragen die durchschnittlichen jährlichen Kursverluste sogar zwischen 6% und 12%.

Gleichzeitig gibt es aber auch positivere Beispiele. So kommt die nach wie vor weit unter ihren Höchstständen zur Jahrtausendwende notierende T-Aktie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre auf rund 5% Kursgewinn p.a. Für die Champions-Qualifikation ist das zwar noch zu wenig, doch zumindest reicht es beim boerse.de-Aktien-Rating für eine B-Bewertung – genauso wie bei der Deutsche-Bank-Aktie, die sich im Mittel um 8% p.a. verbessert.

Noch besser sieht es inzwischen bei E.ON aus. Der Versorger notiert zwar ebenfalls noch weit unter seinem Allzeithoch aus dem Januar 2008. Gleichzeitig beträgt die geoPAK10 mittlerweile wieder 10%, und dazu kommt eine deutlich unterdurchschnittliche Verlust-Ratio von 1,71. Zudem signalisiert das AA-Rating, dass E.ON bei den kommenden Quartalsüberprüfungen wieder zu den potenziellen Kandidaten für einen Champions-Aufstieg zählt.

Die Performance-Analyse zeigt Ihnen den Unterschied zwischen guten und schlechten Investments

Für dauerhaft erfolgreiche Börseninvestments empfiehlt es sich, Erfolgsfan zu sein und auf Champions zu setzen, die ihre Anlagequalität schon seit mindestens zehn Jahren unter Beweis stellen. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sich solche Qualitätswerte auch in Zukunft besser entwickeln als die breite Masse. Und genauso hilft die boerse.de-Performance-Analyse auch Anlegern, die auf der Suche nach möglichen Turnaround-Kandidaten sind, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wie die Performance-Analyse im Detail funktioniert, erklären wir in unserem „Leitfaden für Ihr Vermögen“, den Sie hier kostenlos und unverbindlich anfordern können.

Mit bester Empfehlung

Jochen Appeltauer
Chefredakteur boerse.de-Aktienbrief

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Jochen Appeltauer ist boerse.de-Aktienbrief-Chefredakteur. Der boerse.de-Aktienbrief ist der große deutsche Börsenbrief für den langfristigen Vermögensaufbau mit den laut Performance-Analyse 100...

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