But remember...

Mittwoch, 13.09.06 09:00
Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,

es ist amüsant zu beobachten, wer sich mittlerweile alles dem Thema Börsenzyklen annimmt. Erstmals gibt es anscheinend wohl keinen Wirtschaftsteil und erst Recht keine Börsenpublikation, die noch nicht auf die Gefahren des aus historischer Sicht negativ verlaufenden Börsenmonats September hingewiesen hat.

Ich freue mich natürlich, dass zyklische Untersuchungen an Popularität gewinnen. Das Thema ist aber nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint, da es auf die Überlagerung der verschiedenen Zyklen und natürlich die vorherrschende technische Situation der Märkte ankommt. Es bringt daher rein gar nichts, einfach die publizierten statistischen Ergebnisse zu verwenden bzw. durch verkürzte Berechnungszeiträume zu ähnlichen Ergebnissen zu kommen. Vor allem:

Was nützt der für sich stehende Hinweis, dass die Kurse im September fallen können? Soll deshalb verkauft werden? Oder gekauft? Sie wissen:

Wir hatten sehr frühzeitig auf die Top-Bildung im Frühjahr hingewiesen. Die Börsen waren aber bis in das Frühjahr hinein euphorisch und deshalb war auch in der Presse nichts vom Börsenspruch „Sell in May and go away“ zu lesen. Jetzt ist die Stimmung am Boden und Sie lesen deshalb genauso wenig von der zweiten Hälfte dieser Börsenregel: „...but remember to come back in September“.

Sie sehen also wieder einmal, wie sehr sich Anleger, Analysten und Journalisten von der Gegenwart beeinflussen lassen, denn es wird einfach die jüngere Börsenentwicklung in die Zukunft fortgeschrieben. Gerade weil es derzeit von allen Seiten Warnungen hagelt und anscheinend überhaupt niemand mit dem Start einer neuen Haussephase rechnet, sollten Sie jetzt immer optimistischer werden. Nicht mit Blick auf die Tagestendenzen in den nächsten 3/4 Wochen, sondern für Ihren mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. Denken Sie daran:

In 2005 konnte es keine Sommer-Korrektur geben, weil die Börsen in den Monaten davor eine mächtige Seitwärtskonsolidierung vollzogen hatten. Es war damals richtig investiert zu bleiben (weil es keine Gewinne zu korrigieren gab) und - nach der Ankündigung vorgezogener Bundestagswahlen - massiv einzukaufen. In 2006 musste es dagegen eine bedeutende Sommer-Korrektur geben, weil die Kurse im März/April heißgelaufen waren. Die Börsen haben jetzt aber im Juli und August breite Trendwendeformationen herausgebildet, so dass die Jahrestiefs hinter uns liegen. Deshalb sollten Sie jetzt einkaufen, zumal in der Sommer-Korrektur von 2007 keine spektakulären Einbrüche zu erwarten sind. Denn nach dem großen zyklischen Bild der Märkte sollten die Tiefs von 2006 bis zum Jahrzehntende nicht mehr unterschritten werden! Also:

Ziehen Sie aus der Gegenwart die Schlüsse für die Zukunft. Und seien Sie besonders dann optimistisch, wenn alle pessimistisch sind!

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief

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Thomas Müller ist seit 1987 Verleger, Gründer und Vorstand der TM BÖRSENVERLAG AG, sowie Gründer und Vorstand der boerse.de Finanzportal AG. Börsenwissen,...
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