Ceconomy -13 Prozent: Wann geht es mit der Media Markt-Aktie endlich aufwärts?

Mittwoch, 20.06.18 11:59
Werbeschild von Media Markt für den Winterschluss-Verkauf
 
Die Ceconomy-Aktie erreichte im Kontext der Metro-Abspaltung 2017 eine recht bescheidene Namensbekanntheit. Doch als die Aktie des MDax-Unternehmens gestern mit rund -13 Prozent schloss, schaffte es Ceconomy in die Schlagzeilen der deutschen Finanzpresse. Der Elektronikhändler, besser bekannt durch seine Ketten Saturn und Media Markt, verschreckte Anleger am Dienstag mit einer geplanten Kapitalerhöhung im Umfang von rund 300 Millionen Euro - was rund zehn Prozent des Grundkapitals entspricht. Ein “harter Brocken”, doch angeblich ist diese Maßnahme nötig, um das defizitäre Russland-Geschäft des Unterhaltungselektronik-Händlers neu zu ordnen. Anleger zeigen sich über die Nachricht des Düsseldorfer Unternehmens besorgt, zumal die Ceconomy-Aktie schon länger unter Druck steht: Seit Januar verlor das Papier bereits über 30 Prozent an Wert.

Eine (kurze) Firmengeschichte

Die Ceconomy AG entstand erst 2016/2017 im Rahmen der Aufspaltung der Metro AG in einen Lebensmittel- und einen Elektronikkonzern. Mit diesem strategischen Schritt wollte man die Geschäftsbereiche, die inhaltlich kaum Gemeinsamkeiten aufweisen, voneinander separieren und hoffte, dass Ceconomy und Metro sich getrennt voneinander besser entwickeln würden. Ceconomy hatte im Rahmen der Abspaltung einen Anteil von knapp zehn Prozent am neuen Metro-Konzern erhalten. Da dieser aber massiv an Wert verlor, mussten ihn die Düsseldorfer im vergangenen Quartal um 131 Millionen Euro abschreiben. Zudem hält Ceconomy einen Anteil von 24 Prozent an der französischen Elektronikkette Fnac Darty, der 452 Millionen Euro kostete. Beides zusammen stellt schon eine enorme, finanzielle Belastung dar, zu der sich unglücklicherweise noch Probleme im wichtigen, osteuropäischen Markt gesellten.

Endspiel in Russland?

Media-Saturn kämpft in Russland mit Umsatzrückgängen und musste deshalb bereits fünf Filialen schließen. 57 Märkte sind noch in Betrieb und werden, wie Ceconomy heute Morgen mitteilte, an den russischen Rivalen Safmar verkauft. Im Gegenzug soll Media-Saturn einen Anteil von rund 15 Prozent an der Safmar-Tochter M.Video übernehmen, die mit mehr als 400 Geschäften den russischen Heimatmarkt fest im Griff hat. Für den M.Video-Anteil könnte ein Kaufpreis von umgerechnet 258 Millionen Euro fällig werden. Eine Menge Geld, das die Düsseldorfer aufgrund genannter Probleme nicht in der Portokasse haben. Die geplante Kapitalerhöhung könnte die finanziellen Folgen des Russland-Deals zwar weitgehend kompensieren, doch Kritiker bemängeln, dass Ceconomy beim Kauf von M.Video sogar noch Geld drauflegen muss. Geld, das eigenen Angaben zufolge das Unternehmensergebnis einmalig um einen Betrag in “niedriger, dreistelliger Millionenhöhe” schmälern wird.

Trotz der leichten Erholung der Ceconomy-Aktie, die heute im frühen Handel rund zwei Prozent gewann, kann von “Entwarnung” noch keine Rede sein. Das Unterhaltungselektronik-Geschäft ist als äußerst zyklisch und konjunkturabhängig einzustufen, was sich vor allem auf dem wirtschaftlich schwachen, russischen Markt negativ auf Ceconomys Geschäftsentwicklung auswirken dürfte. Doch es gibt auch Alternativen: traditionell zählt das Segment „Handel & Konsum“ nämlich zu den defensiven Aktien-Investments. In unserer Auswahl der 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions kommt rund jeder fünfte Wert aus diesem Bereich. Wenn Sie mehr erfahren möchten, dann sichern Sie sich Ihre druckfrische Aktienbrief-Gratisausgabe!

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