Chinesische Aktien: Lohnt sich der Einstieg?

Freitag, 24.05.19 16:41
China-Aktien: für viele Anleger sind Wertpapiere aus dem Land des Lächelns buchstäblich “zu weit weg”. Kulturell, kulinarisch, politisch und sprachlich unterscheidet sich China (inklusive Hongkong) so eklatant von allem uns bekannten, dass viele, westeuropäische, Kleinanleger chinesische Unternehmen der Einfachheit halber “ausblenden”. Teils aus Risikoscheu, teils aus Unwissenheit. Werfen wir deshalb heute mal einen Blick auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, die für Investoren sowohl Chancen, als auch Risiken birgt.

Volkswirtschaft mit Vorsicht zu genießen
Manche Beobachter bezeichnen China als “Koloss auf tönernen Füßen”. Möglicherweise zurecht, denn Warnsignale wie der laufende Handelsstreit zwischen der Volksrepublik und den USA, US-Präsident Trumps Sanktionen gegen Huawei, Chinas hohe Schuldenlast sowie das abkühlende Wirtschaftsklima mehren sich. So ging das chinesische BIP im vergangenen Jahr auf 6,6 Prozent zurück. Ende 2018 fiel die Wirtschaftswachstumsrate sogar auf nur noch 6,4 Prozent - ähnlich tief wie zuletzt 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise. Im Vergleich zu Deutschland, dessen Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr lediglich 1,8 Prozent betrug, steht China zwar sinnbildlich “unter Strom”, doch das Land der Mitte ist auf ein extrem hohes BIP angewiesen. In China strömen Jahr für Jahr Millionen Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Städte. Nach Regierungsangaben braucht das Land ein Wirtschaftswachstum von mindestens 7,2 Prozent für einen stabilen Arbeitsmarkt, der jährlich Millionen neuer Jobs schafft und die Arbeitslosenquote in den großen Städten auf etwa vier Prozent beschränkt.

China-Kracher fürs Depot?
Auch für Anleger ist von großem Interesse, welche Wachstumsvorgaben aus Peking kommen, denn: Die Volksrepublik ist seit Jahren eine wichtige Stütze der gesamten Weltwirtschaft - und somit auch der Aktienmärkte. Eine Entwicklung, die sich jedoch nicht eins zu eins in der chinesischen Index-Performance,
sondern eher in Einzelwerten widerspiegelt:

Während beispielsweise der Hang Seng-Index, der die Aktienkurse der 50 größten und meistgehandelten Unternehmen an der Hongkonger Aktienbörse abbildet, in den vergangenen zehn Jahren “nur” +62 Prozent gewann, legte der Dax im Vergleichszeitraum +147 Prozent zu.
 

Chinesische Einzelwerte entwickelten sich dagegen mitunter zu Kurs-Krachern: so erzielte beispielsweise der im Hang Seng-Index notierte boerse.de-Aktienbrief-Champion Tencent Holdings seit 2009 eine Gesamtperformance von rund +2.530 Prozent! Freilich bekommt auch der Internetriese, zu dessen Geschäftsbereichen u.a. Soziale Netzwerke, E-Commerce-Plattformen, Onlineportale, Onlinewerbung, Games, Musik und Finanzdienstleistungen zählen, den aktuellen, politischen Gegenwind zu spüren. Der Tencent-Aktienkurs musste in den vergangenen Wochen Tribut an das schwache Marktumfeld zollen, das Unternehmen selbst ist aber fundamental in guter Verfassung:
Tencent verzeichnete im ersten Quartal 2019 einen Gewinnsprung von 17 Prozent auf 27 Milliarden Yuan (umgerechnet 3,5 Milliarden Euro) und lag damit einmal mehr deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Unterm Strich lässt sich sagen: Nicht die Herkunft einer Aktien ist entscheidend, sondern deren langjährige, erfolgreiche Kursentwicklung. Deshalb gilt für Aktien “Made in China” das gleiche, wie für alle anderen Wertpapier-Investments: Setzen Sie auf langfristig erfolgreichen Qualitätsaktien wie die 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions, die Sie in Ihrer druckfrischen Aktienbrief-Gratisexemplar nachlesen können!

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

Miss boerse.de gehört zum Team des Aktien-Ausblicks, Deutschlands großem Börsen-Newsletter mit mehr als 100.000 Lesern. Der Aktien-Ausblick informiert von Montag bis Samstag über...

Unsere Mission